Georgios Isaakidis darf auf seiner Terrasse keine Gäste mehr bewirten. © Holger Bergmann
Gastronomie

Nach Streit mit Nachbarn: Dortmunder Restaurant muss Biergarten schließen

Seit Jahren schwelt im Dortmunder Westen der Streit zwischen einem griechischen Restaurant-Besitzer und seinen Nachbarn. Nun hat eine Richterin entschieden: Die Außengastronomie muss schließen.

Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts ist am Freitag (1.10.) in Kraft getreten. Der Inhaber des Restaurants „Der Grieche“, Georgios Isaakidis, darf ab sofort keine Gäste mehr auf seiner Terrasse bewirten, sondern nur im Restaurant selbst.

Das könnte das Ende eines mehr als zwei Jahre schwelenden Rechtsstreits sein, doch Georgios Isaakidis und seine Anwältin Nina Kahriman wollen die Entscheidung genau prüfen und dann anfechten. „Da stimmt so einiges nicht“, meint Nina Kahriman.

Laute Gäste auf der Terrasse

Seit Jahren beschweren sich die Nachbarn von Georgios Isaakidis über drei Dinge: Die Lautstärke der Gäste auf der Terrasse, den Geruch von mehrmals pro Tag neu entzündeter Kohle in einem Außengrill und den Geruch, der aus einer Tür zur Küche nach außen dringt. Die Tür hatte Georgios Isaakidis einbauen lassen, um den Grill erreichen zu können.

Der Wirt war seinen Nachbarn durch den Bau einer Schallschutzwand und eines Rauchabzuges für den Grill entgegengekommen. Doch weil sich Georgios Isaakidis nach Aussagen seiner Nachbarn wiederholt nicht an die Schließungszeit der Außengastronomie, 22 Uhr, gehalten haben soll, kam im August Bewegung in den Fall.

Unangekündigter Besuch

Da bekam Georgios Isaakidis eines Tages unangekündigten Besuch. In seinem Restaurant standen plötzlich sein Vermieter, ein Mitarbeiter des Umweltamtes, zwei Mitarbeiter des Bauordnungsamtes, eine Richterin sowie seine Nachbarn und deren Anwalt.

Für den rechtlich unerfahrenen Wirt war das eine beängstigende Situation. Denn von dem, was geredet wurde, verstand er kaum etwas. Deshalb wusste er auch nicht, dass es bei diesem Besuch gar nicht um ihn ging.

Das erklärt der Rechtsanwalt der Nachbarn, Joachim Pohlmann: „Das war ein gerichtlicher Ortstermin, dazu wird der Inhaber des Hauses geladen, nicht der Mieter. Deshalb ist Herr Issakidis auch nicht vom Gericht benachrichtigt worden.“

Keine Genehmigung für Außengastronomie

Der richterliche Besuch führte laut Joachim Pohlmann zu mehreren Erkenntnissen: „Für das Betreiben der Außengastronomie fehlte die Genehmigung, genauso für den Grill und die Tür von der Küche nach draußen.“

So kam es zu der Entscheidung. Auf der Terrasse dürfen nun keine Gäste mehr bewirtet werden, der Grill darf nicht genutzt werden und die Tür muss geschlossen bleiben. Unangetastet bleibt die Genehmigung für das Restaurant selbst.

„In den Innenräumen kann Herr Issakidis seine Gäste uneingeschränkt bewirten“, sagt Joachim Pohlmann. Dagegen wolle ja auch niemand vorgehen. Seine Mandanten wollten nur ihre Ruhe haben.

Wirt verliert 40 Sitzplätze

Doch Georgios Isaakidis ist nicht zufrieden mit der Entscheidung: „Dadurch verliere ich 40 Sitzplätze.“ Deshalb will seine Rechtsanwältin gegen den Beschluss vorgehen. „In der schriftlichen Mitteilung des Gerichts sind mehrere Fehler, das hat irgendjemand schnell, schnell abgetippt. Das geht so nicht“, sagt Nina Kahriman.

Außerdem habe Georgios Isaakidis sich den Bau der Schallschutzwand genehmigen lassen. Diese Genehmigung könne man auch als Genehmigung für die Außengastronomie auf der Terrasse verstehen“, meint Nina Kahriman

Für die Prüfung dieser Annahme werde sie sich Zeit nehmen, so die Anwältin. Das sei auch kein Nachteil für ihren Mandanten, denn die Biergarten-Saison sei ja praktisch vorbei.

Georgios Isaakidis hat nun noch eine weitere Option: den Bau eines Wintergartens. Der wäre dann schalldicht. Dafür müsste dann aber ein Bauantrag genehmigt werden.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
Zur Autorenseite
Holger Bergmann