Die neuen Fahrradständer an der Dortmunder S-Bahn-Haltestelle kann man im Moment nicht benutzen. © Rebekka Wölky
Fahrradständer

Neue Fahrradständer an Dortmunder S-Bahnhof versinken im Gestrüpp

An einer Bahn-Haltestelle in Dortmund gibt es neue Fahrradständer. Sie stehen allerdings mitten in einem Dornen-Gebüsch. Die Grünen sind verärgert, das Tiefbauamt ist nicht zuständig.

Die Mengeder Grünen sind sauer: Fünf neue Fahrradständer hat das Tiefbauamt im Mai aufgestellt. Sie stehen aber halb auf dem Gehweg und sind auch noch von Brombeersträuchern überwuchert. Wer sein Fahrrad hier abstellen will, muss es in das mit Dornen besetzte Geäst schieben.

Das zeigt ein Foto vom Westerfilder S-Bahnhof, das das Tiefbauamt in Vorbereitung auf die Bezirksvertretungssitzung am Mittwoch (15.9.) geschickt hat. „Da kann man auch gleich Glasscherben unter den Fahrradständer werfen“, sagt Grünen-Fraktionssprecher Jürgen Utecht, der selbst viel mit dem Rad im Dortmunder Westen unterwegs ist.

„Den letzten Platten an meinem eigenen Fahrrad hatte ich auch wegen Brombeersträuchern. So benutze ich die Fahrradbügel auf keinen Fall.“ Auf dem Foto des Tiefbauamts lehnt an drei der fünf Ständer ohnehin ein großer Baustellen-Zaun, der ihre Nutzung unmöglich macht.

Die Bügel waren anfangs freigeschnitten

„Dass man die Ständer auf dem Gehweg aufstellt, finde ich ja irgendwo noch verständlich. Obwohl man besser die nahe Wiese hätte nehmen können. Aber wenn ich so was aufstelle, dann muss ich das doch zumindest freischneiden“, sagt Utecht.

Auf Anfrage dieser Redaktion schickt Stadtpressesprecher Maximilian Löchter ein anderes Foto, das die Fahrradbügel in weit besserem – und erreichbarerem – Zustand zeigt. Ohne Dornengebüsch und ohne Baustellenabsperrung. Das Bild sei Anfang Juni, also unmittelbar vor der Wachstumsphase der Pflanzen, aufgenommen worden. „Die Grünfläche dahinter gehört der Deutschen Bahn Netz AG, welche auch für den Begrenzungsschnitt verantwortlich ist“, so Löchter.

In diesem ordentlichen Zustand waren die Fahrradbügel an der S-Bahn-Haltestelle Dortmundd-Westerfilde, kurz nachdem das Tiefbauamt sie im Mai aufgestellt hatte.
In diesem ordentlichen Zustand waren die Fahrradbügel an der S-Bahn-Haltestelle Westerfilde, kurz nachdem das Tiefbauamt sie im Mai aufgestellt hatte. © Stadt Dortmund © Stadt Dortmund

Eine Bahnsprecherin bestätigt die Zuständigkeit. Während Mitarbeiter der Deutschen Bahn die Sträucher an den Bahngleisen aber in regelmäßigen Zeitabschnitten zurückschneiden würden, gebe es einen solchen klaren Rhythmus für Grünflächen an Bahnhöfen nicht. „Da gucken die Kollegen vor Ort, was anliegt“, sagt sie. Nach Anfrage dieser Redaktion bei Stadt und Bahn sei ein Antrag gestellt worden, die Sträucher an der S-Bahn-Haltestelle Westerfilde zurückzuschneiden. „Wann genau das passiert, hängt aber auch von der Witterung ab“, so die Sprecherin.

Jürgen Utecht ist trotzdem verständnislos: „Mir stellen sich zwei Fragen“, sagt er. „Erstens: Warum schickt uns das Tiefbauamt Fotos von unbenutzbaren Fahrradbügeln, wenn es dieses andere Foto gibt? Und zweitens müssen sie das Problem doch gesehen haben, als sie das Foto gemacht haben. Wenn ich nicht dafür zuständig bin, muss ich wenigstens Bescheid sagen, damit es jemand anders macht.“

Verwaltung lege Steine in den Weg

In die Lokalpolitik sei er gegangen, um den Bezirk für den Bürger schöner zu machen. „Aber uns werden von der Verwaltung viele Steine in den Weg gelegt und das ist frustrierend“, sagt Utecht. „Scheinbar wollten sie die Fahrradbügel gar nicht aufstellen. Mit diesem Bild sagen sie jedenfalls: Hier bitte, wir haben gemacht, was ihr wolltet, dabei aber trotzdem unseren Willen bekommen, es zu lassen.“

Den Antrag auf die Fahrradständer an der S-Bahn-Haltestelle Westerfilde hatte die SPD bereits im Januar 2017 gestellt. Als im Mai 2019 noch immer nichts geschehen war, fragten die Grünen erneut zum Thema an und baten um Auskunft über den Stand der Bearbeitung. Bis die fünf Fahrradbügel im Frühjahr 2021 aufgestellt wurden, vergingen zwei weitere Jahre.

Über die Autorin
1997 in Dortmund geboren. Dort seit 2017 für die Ruhr Nachrichten im Einsatz. Habe die Stadt dabei neu kennen und lieben gelernt. Mag die großen und kleinen Geschichten um mich herum, Bücher, schreiben und fotografieren.
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Rebekka Antonia Wölky