Fuat Gökçe hat die Pizzeria erst vor vier Wochen übernommen. Schon jetzt sind seine Pizzen der Renner. © Beate Dönnewald
Pizzeria-Übernahme

Neuer Pizzabäcker im Dortmunder Westen: Seine Gäste feiern ihn jetzt schon

Anfang September hat Fuat Gökçe (53) eine Traditions-Pizzeria im Dortmunder Westen übernommen. Seitdem hagelt es für den türkischen Pizzabäcker Komplimente.

Die Coronavirus-Pandemie hat es alles andere als gut gemeint mit Fuat Gökçe und seiner Frau Justina Oles-Gökçe. Nur eine Woche vor dem ersten Lockdown eröffneten sie ein Restaurant in der Dortmunder City. Nach monatelangem Kampf mussten sie die Gaststätte „Zum Ostentor“ schließlich aufgeben.

Rund eineinhalb Jahre später können der türkische Pizzabäcker und die polnische Intensiv-Krankenschwester wieder lächeln. Denn der 53-Jährige ist seit rund vier Wochen wieder Chef eines Gastro-Betriebes: Anfang September übernahm er die Traditions-Pizzeria Totto in Dortmund-Dorstfeld.

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Aus der „Pizzeria Totto“ soll die „Pizzeria Totto by Fuat“ werden. © Beate Dönnewald © Beate Dönnewald

Der Start verlief mehr als vielversprechend. Kaum gingen seine ersten Steinofen-Pizzen über die Ladentheke, hagelte es für Fuat Gökçe Komplimente. Vor allem in den sozialen Netzwerken wird er gefeiert. „Sowas von toll“ oder „unbedingt mal probieren“ heißt es unter anderem in den Facebook-Kommentaren. „Häufig werde ich auch angerufen und die Leute sagen, dass es megalecker war“, erzählt der neue Pizzeria-Chef nicht ohne Stolz.

„Teig und Soße machen eine Pizza aus“

Das Geheimnis seines Erfolges ist für Fuat Gökçe sein Pizzateig. „Ich lasse ihn mindestens 24 Stunden ruhen, bevor ich ihn verarbeite.“ Das ist ist alles? Fast! Genau wichtig sei auch die Soße, betonte er. „Teig und Soße machen eine Pizza aus.“

Während Fuat Gökçe die Zutaten für seine Teig gerne preisgibt (Mehl, Salz, Trockenhefe, Wasser, Olivenöl), hüllt er sich bei seinem Soßen-Rezept in Schweigen. „Das ist mein Geheimnis“, sagt er, um dann doch ein Detail zu verraten: „Alle Zutaten müssen frisch sein.“

Die kleine Pizzeria ist sehr gemütlich und liebevoll eingerichtet.
Die kleine Pizzeria ist sehr gemütlich und liebevoll eingerichtet. © Beate Dönneawald © Beate Dönneawald

„Er macht es mit Liebe“

Der langjährige Mitarbeiter der Familie Arslan, die die Pizzeria Totto 17 Jahre am Spickufer 8 führte, kennt noch einen weiteren Grund, warum die Pizzen, Nudelgerichte und Panini bei den Kunden so gut ankommen: „Er macht es mit Liebe“, sagt der 34-jährige Mohsen.

Gelobt werden auf Facebook und Co. auch die frischen Salate, die häufig Justina Oles-Gökçe zubereitet. Wann immer es die Zeit zulässt, unterstützt die Intensivkrankenschwester im Bochumer Bergmannsheil ihren Mann in der Pizzeria. Jeden Salat garniert sie mit einer Überraschung – ausnahmslos. „Meistens mit Früchten der Saison. Erdbeeren, Heidelbeeren oder auch Feigen.“

Ziel sind 25 Kilo Pizzateig täglich

Keine Frage, dass Fuat Gökçe und Justina Oles-Gökçe mit den ersten vier Wochen sehr zufrieden sind – auch wenn der Pizzabäcker von seinem Ziel, 25 Kilogramm Pizzateig täglich zu verarbeiten, noch etwas entfernt ist. „Die beste Werbung ist unser Mohsen. Er spricht die Leute auf der Straße an und dann kommen sie zu ins Geschäft“, erzählt Fuat Gökçe.

Mohsen (34) liefert die Pizzen, Nudelgerichte und Salate der Pizzeria Totto aus.
Mohsen (34) liefert die Pizzen, Nudelgerichte und Salate der Pizzeria Totto aus. © Beate Dönnewald © Beate Dönnewald

Auch mit der Lage ist der Pizzabäcker glücklich. „Eine ruhige Ecke in einem Wohnviertel mit wenig Konkurrenz, das gefällt mir“, sagt er. Hier könne er sich vorstellen, bis zu seiner Rente zu arbeiten. Mit 65 möchte er gerne Schluss machen. „Dieser Beruf ist schon anstrengend“, gesteht der 53-Jährige.

Aus „Pizzeria Totto“ wird „Pizzeria Totto by Fuat“

Seine ersten Pizzen habe er bereits als „junger Bursche“ gebacken. „Das ist bei uns Familientradition. Auch meine Brüder sind Pizzabäcker.“ Denn nicht nur in Italien, auch in der Türke werde „viel mit Teig gearbeitet.“

Zur Eröffnung hat Fuat Gökçe neue Karten drucken lassen. „Manche bestellen noch nach der alten Karte. Diese Wünsche erfüllen wir natürlich auch.“ Die gemütliche Einrichtung ist dafür geblieben. „Der Vorbesitzer hatte erst vor einem Jahr renoviert“, erzählt Justina Oles-Gökçe.

In Kürze möchte das Paar noch eine kleine Änderung vornehmen. Aus dem Namen „Pizzeria Totto“ soll „Pizzeria Totto by Fuat“ werden.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald