Hochwasserrückhaltebecken Ellinghausen

Pläne der Emschergenossenschaft am Kanal sind für Radfahrer problematisch

Seit 2013 baut die Emschergenossenschaft am Dortmund-Ems-Kanal den Hochwasserschutz aus. Nun konnten Anwohner Fragen loswerden. Eine Antwort ließ vor allem Radfahrer nachdenklich zurück.

Das Starkregenereignis im Juli war auch eine Belastungsprobe für den Hochwasserschutz entlang der Emscher und ihrer Zuflüsse in Dortmund. Die Prüfung wurde bestanden. Dabei ist ein Element des Gesamtkonzeptes noch gar nicht fertig: das Hochwasserrückhaltebecken Ellinghausen.

Bei einem Ortstermin der Emschergenossenschaft konnten Anwohner, die meisten aus Deusen, den Bauzustand begutachten. Die meisten interessierten sich für ein Thema: den Emscherradweg.

Als die Emscher noch in ihrem festen Bett floss, war sie landschaftlich alles andere als attraktiv. Positiv war damals allein der Emscherradweg. Schnurgerade und flach und abseits des Verkehrs konnten Radfahrer lange Touren fahren.

Umweg für Radfahrer

Mit Baubeginn des Ellinghauser Beckens hörte das auf. Der Radweg wurde rund ums Becken zu einem Betriebsweg für Baugeräte. Radfahrer müssen seitdem einen Umweg fahren.

Nur Fußgänger nutzten den Betriebsweg zum Gassigehen mit ihren Hunden. Das wurde geduldet. Doch viele Anwohner machen sich schon jetzt Gedanken, wie der Radweg in Zukunft geführt wird.

Auf diese Frage hatte Projektleiter Torsten Bockholt bei dem Ortstermin eine Antwort, die ihm selbst nicht ganz gefällt. Der neue Radweg wird in Zukunft zwar direkt an der neugestalteten Landschaft vorbeiführen.

Über die Ellinghauser Straße

Doch dann trifft er auf die Ellinghauser Straße und die Radfahrer müssen eine Straße kreuzen, auf der der Verkehr dann vermutlich wieder mit 70 km/h fahren wird.

Bockholt hatte eigentlich einen anderen Plan bevorzugt: „Ich wollte die Radfahrer lieber unter der Ellinghauser Straße herführen“. Dort fließt die Emscher unter einer Brücke noch in ihrem stufigen Bett. Die oberste Stufe wäre breit genug für einen Radweg gewesen.

Doch dieser Vorschlag wurde abgelehnt, weil der Radweg dann im Starkregenfall von der Emscher überflutet werden könnte.

Vogelinsel darf bleiben

Eine gute Nachricht dagegen gab es für die Vogelkundler, die an dem Ortstermin teilnahmen. Die Vogelinsel bleibt erhalten. Während der Erdarbeiten, insgesamt werden über 1 Million Kubikmeter Erde bewegt, war im östlichen Bereich des Beckens ein 3000 Quadratmeter großer Erdhügel stehen geblieben.

Den hatten im Laufe der Zeit Seevögel als Brutplatz gewählt. Nach der Anfrage der Tierschützer hatte die Emschergenossenschaft berechnet, ob dieser Hügel die Wirksamkeit des Hochwasserschutzes einschränkt.

Nun verriet Bockholt das Urteil: „Die Vogelinsel kann bleiben.“ Ihre Größe verringert die Aufnahmefähigkeit des Beckens von 650.000 Kubikmetern Wasser nicht wesentlich. So ist Ellinghausen plötzlich ein Brutparadies für Vögel geworden.

Eingentlich sind es drei Becken

Eigentlich handelt es sich beim Hochwasserrückhaltebecken Ellinghausen um drei Becken. Bereich C, nördlich der Ellinghauser Straße, ist bereits fertig. Becken A und B werden immer noch modelliert.

Teilweise stehen noch die Deiche, die den alten Verlauf der Emscher markieren. Die plätschert aber bereits nun wenige Meter daneben in ihrem neuen, naturnahen Bett daran vorbei.

Der Abbau dieser Deiche, und der Umbau des Nettebachs, der in Becken A mündet, sind die großen Aufgaben der kommenden Zeit.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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Holger Bergmann