Die Wohnanlage am Worderfeld besteht aus 144 Wohnungen. Hier sind bald zwei Wohnungen zu ersteigern. © Stephan Schütze (Archiv)
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Preiswert zu ersteigern: Wohnen im Beton-Charme der 70er-Jahre

Die Wohnanlage ist mit ihren 144 Wohnungen und ihrem Betonbaustil ein Paradebeispiel für Architektur der 70er-Jahre. Wer mag, kann hier für kleines Geld Wohnungen ersteigern. Überraschungen inklusive.

Der Wohnblock ist so markant wie riesig: Die Häuser am Worderfeld 2 bis 16 in Dortmund-Oestrich sind bald 50 Jahre alt. Etwa 1974 wurden dort die insgesamt acht mehrgeschossigen Bauten mit Flachdach hochgezogen, die gerade von der straßenabgewandten Seite einem Beton-Baukasten entsprungen zu sein scheinen.

144 Wohneinheiten gibt es hier, dazu eine gewerblichen Einheit und 110 Tiefgarageneinheiten. Nach heutigen Maßstäben geht schön sicherlich anders, aber der Komplex gehört zu Oestrich wie das Gewerbegebiet oder der Hansemannpark.

In zwei Häusern, denen mit den Hausnummern 8 und 12, kann man demnächst Eigentumswohnungen ersteigern. Am 17. November kommt eine 96 Quadratmeter große Wohnung im Haus 8 unter den Hammer, am 30. November eine 93 Quadratmeter große Wohnung im anderen Haus.

Preise von 89.000 und 96.000 Euro Verkehrswert

Zu Preisen von 89.000 und 96.000 Euro Verkehrswert kann man hier somit zu Quadratmeterpreisen von rund 1000 Euro an Wohnraum kommen. Die Wohnung im Haus 12 verfügt dabei über einen Flur, ein Schlaf-, zwei Kinder- und ein Wohnzimmer mit Zugang zu einer Loggia, eine Küche, eine Diele sowie ein Bad und WC.

Im Keller dieses Hause liegt die ehemalige Schwimmbadhalle, die einst für einen Hauch von echtem Luxus in diesem Wohnblock sorgen sollte. Die Anlage ist auf Beschluss der Eigentümer aber längst still gelegt, da sie in einem schlechten Zustand und von Ungeziefer befallen ist.

Im Erdgeschoss ist eine Fabido-Kita untergebracht. Die angebotene Wohnung liegt quasi am anderen Ende des Hauses, nämlich im obersten Geschoss unter dem Flachdach. Ausblick hat man hier also.

Wohnungen konnten nicht besichtigt werden

Wie es ansonsten genau um die beiden Wohnungen bestellt ist, konnten die unabhängig voneinander tätigen Gutachter nicht feststellen, in beiden Fällen nämlich konnten die Wohnungen innen nicht besichtigt werden. Wer kaufen will, muss also mit möglichen Überraschungen leben können.

Das gilt auch in Sachen Hauskosten. Die Wohngebäude wurden laut Gutachter zwar augenscheinlich in den vergangenen Jahren in Teilbereichen modernisiert und machen insgesamt einen befriedigenden Gesamteindruck. Dennoch sind wohl diverse Investitionen nötig, um die Häuser sowohl strukturell als auch optisch zu sanieren.

Kaufinteressenten müssen bei einer solchen Zwangsversteigerung aber – abgesehen von den Angaben im Gutachten – die berüchtigte Katze im Sack kaufen, denn Gewährleistung gibt es hier nicht.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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Thomas Schroeter