Der Dortmunder Karl-Martin Dittmann ist Dauergast bei den Olympischen Spielen (hier Abschlussfeier London). Ende Juli geht es für ihn nach Tokio. © privat
Erst Tourist, dann Funktionär

Ringer-Urgestein in Tokio: Es sind seine achten Olympischen Spiele

Seit 1992 hat der Dortmunder Karl-Martin Dittmann keine Olympischen Spiele ausgelassen. Am 29. Juli fliegt der Generalsekretär des Deutschen Ringerbunds nach Tokio – mit gemischten Gefühlen.

Barcelona, Atlanta, Sydney, Athen, Peking, London und Rio de Janeiro: Seit 1992 ist der Dortmunder Karl-Martin Dittmann Dauergast bei den Olympischen Sommerspielen. Keine Frage, dass der Generalsekretär des Deutschen Ringerbunds auch nach Tokio fliegen wird – wegen Corona allerdings ohne die sonst übliche Vorfreude.

Zunächst hat der Vorsitzende und Geschäftsführer des KSV Kirchlinde die deutschen Olympia-Teilnehmer als Tourist angefeuert. Seit Sydney 2000 war der heute 60-Jährige in unterschiedlichen Funktionen in den Wettkampf-Arenen. „Zunächst als Mannschaftsleiter Ringen, 2008 in Peking war ich für die Medienarbeit vor Ort“, erinnert er sich.

In Rio de Janeiro 2016 war Karl-Martin Dittmann erstmals als Präsidiumsmitglied des United World Wrestling (UWW) im Einsatz. Erst am 27. Juni 2021 wurde er zum UWW-Europapräsidenten ernannt. In dieser Funktion wird er am 29. Juli auch nach Tokio fliegen. „Die Ringerwettkämpfe beginnen am 31. Juli. Früher dürfen wir wegen der strengen Corona-Bedingungen nicht einreisen“, so Dittmann im Gespräch mit dieser Redaktion.

Zwischen Hotel und Wettkampfhalle

Er werde mit gemischten Gefühle in den Flieger steigen, sagt er. „Weil wir sehr eingeschränkt sein werden. Mehr als ein Pendeln zwischen dem Hotel und der Wettkampfhalle wird nicht erlaubt sein.“ Natürlich hätte er sich gerne Tokio angeschaut und sich wie früher mit vielen Sportlern ausgetauscht. Er hoffe, dass er zumindest an einer Siegerehrung teilnehmen darf.

So reiste Karl-Martin Dittmann 2000 nach Sydney.
So reiste Karl-Martin Dittmann 2000 nach Sydney. © Stephan Schütze (Archiv) © Stephan Schütze (Archiv)

Am meisten graue ihm vor dem Pandemie-Procedere am Flughafen in Tokio. „Das soll drei bis sechs Stunden dauern“, so Dittmann. Am Frankfurter Flughafen müsse er nur zwei PCR-Tests vorlegen. „Die muss ich allerdings in Düsseldorf machen, Tokio erkennt nur ganz bestimmte Labore an“, so das Ringer-Urgestein. Seit Tagen messe er bereits seine Temperatur, die bislang unauffällig sei.

Zu seinen Aufgaben als UWW-Funktionär gehören unter anderem die Teilnahme an Meetings und die Bewertung von Jury-Entscheidungen. „Gegebenenfalls müssen wir auch mal einschreiten.“ Für die deutsche Ringer-Mannschaft erhoffe er sich ein bis zwei Medaillen.

Verabredung mit Dr. Bach

Darüber hinaus wolle er seinen Tokio-Aufenthalt für Gespräche auf sportlich-politischer Ebene nutzen. Mit Dr. Thomas Bach, dem Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees, habe er sich bereits verabredet.

Allen Olympia-Teilnehmern wünsche er, dass sie unvergessliche Erlebnisse haben werden – auch wenn sie wegen der strengen Corona-Auflagen und vor allem wegen des fehlenden Publikums das typische Olympia-Flair nicht erleben werden.

Dittmanns schönstes Olympia-Erlebnis liegt schon einige Jahre zurück. „Das war 2000 in Sydney, als ich bei der Eröffnungsfeier mit der deutschen Mannschaft in das Olympiastadion einlaufen durfte.“

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald