Unschön steht dieses Wartehäuschen an der Dörwerstraße herum. Und wird erstmal stehen bleiben. © Holger Bergmann
DSW21

Schandfleck bleibt bestehen: Abriss von Wartehäuschen wäre zu teuer

Ein Sieg für die Vandalen. Sie haben nicht nur das Wartehäuschen an der Dörwerstraße zerstört, sondern auch für die Verlegung der Haltestelle gesorgt. Das wird sich auch erstmal nicht ändern.

An der Dörwerstraße in Nette steht ein Wartehäuschen. Nur knapp kann man noch erkennen, dass die Haltestelle mal „Dörwerstraße“ hieß. Beleuchtung, Glasscheiben, Sitzmöglichkeiten oder gar Fahrpläne gibt es nicht mehr. Die gesamte alte Ausstattung fehlt

Dafür gibt es eine neue Ausstattung. Im Stahlrahmen hängt ein Einkaufswagen fest. Und Ranken gleich mehrerer Pflanzen bewachsen das Gerüst. Die Ranken leuchten zwar in Herbstfarben, das rettet den Anblick aber nicht.

Das Häuschen steht an einer Hecke. Die Hecke ist gepflegt, doch auf Höhe des Häuschens kommt die Heckenschere nicht an die Pflanzen heran. Hier sind sie verwachsen und unschön.

Unschöner Anblick

Das verstärkt den ungepflegten Eindruck an dieser Stelle. Diesen Schandfleck kennen alle Anwohner der Dörwerstraße. Und sie werden ihn in nächster Zeit auch nicht mehr los, denn ein Abriss ist nicht geplant.

Wie kam es dazu, dass die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) diese Haltestelle aufgaben, sie verlegten und das Häuschen stehen ließen? Die Antwort gibt eine DSW21-Sprecherin.

„Leider hatten wir an dem Fahrgastunterstand Dörwerstraße in der Vergangenheit massive Vandalismusprobleme. Dabei wurden immer wieder Scheiben und Werbevitrinen zerschlagen“.

Werbevitrinen zerschlagen

Die Schäden nahmen demnach solche Ausmaße an, dass der damalige Vermarkter Ruhfus vor rund zwei Jahren entschied, den Unterstand aufzugeben und zurück an an die DSW21 zu übergeben.

Die unbekannten Sachbeschädiger blieben hartnäckig. Sowohl die Kosten also auch die ständige Verletzungsgefahr durch zerstörte Glasscheiben machten den Fahrgastunterstand für die Stadtwerke an dieser Stelle nicht länger tragbar.

Die Haltestelle der Linien (470, 477 und NE13) liegt mittlerweile einige Meter entfernt um die Ecke. „Wir haben an dem aufgegebenen Unterstand aufgrund der potenziellen Verletzungsgefahr alle Glasscheiben entfernt“, so die DSW21-Sprecherin.

Entsorgung wäre zu teuer

Der Abbau und die Entsorgung der Konstruktion sowie die Wiederherstellung des Untergrunds hätten hohe Kosten mit sich gebracht. Deshalb hat man sich damals gegen einen Abbau entschieden. Und diese Entscheidung gilt weiterhin.

Doch die Pressesprecherin verspricht: „Wir werden die Stelle aber im Auge behalten. Sollte sich zukünftig eine Verbesserung des Umfelds abzeichnen, werden wir die Aufstellung eines neuen Unterstands prüfen.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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Holger Bergmann