Am Pendler-Parkplatz der S-Bahn-Station gab es in der Nacht zu Sonntag einen Polizeieinsatz. Anwohner hörten Schüsse. Markierungen der polizeilichen Spurensicherung zeugen von dem Einsatz. © Uwe von Schirp
Nächtlicher Polizeieinsatz

Schüsse im Umfeld einer S-Bahn-Station – Staatsanwaltschaft ermittelt

Schüsse im Umfeld eines S-Bahn-Haltepunkts rissen in der Nacht zu Sonntag (10.1.) Anwohner aus dem Schlaf. Am Morgen war die Spurensicherung der Polizei vor Ort.

Schüsse rissen Anwohner im Umfeld eines S-Bahn-Haltepunkts in der Nacht zu Sonntag (10.1.) aus dem Schlaf. Augenzeugen beobachteten einen Polizeieinsatz. Am Morgen untersuchten Spürhunde und Beamte der Spurensicherung den Tatort.

Wie ein Anwohner der Hansemannstraße in Dortmund-Oestrich der Redaktion berichtet, hörte er gegen 2 Uhr in der Nacht Schüsse. Durch das Fenster sah er Blaulichter. Mehrere Polizeiwagen fuhren die Hansemannstraße in Richtung Norden und kamen unmittelbar später durch die Schragmüllerstraße zurück zum Kreisverkehr am Ammerbaum.

„Sie sperrten dann den Kreisverkehr ab“, berichtet er. Anschließend sei ein Rettungswagen mit Blaulicht ebenfalls die Hansemannstraße in Richtung Norden gefahren. Als er sich gegen 3.30 Uhr wieder schlafen gelegt habe, hätte der Einsatz noch angedauert.

Am Sonntagmorgen habe dann ein Familienmitglied berichtet, dass die Hansemannstraße und Haberlandstraße zwischen Kreisverkehr und der S-Bahn-Haltstelle gesperrt waren. Beamte der Spurensicherung mit Spürhunden untersuchten die Insel des Kreisverkehrs und den Eingangsbereich der ehemaligen Gaststätte zum Ammerbaum.

Polizei Recklinghausen verweist auf Staatsanwaltschaft

Erste Recherchen deuten auf einen Schusswaffengebrauch durch Polizeibeamte hin. Ein Dortmunder Polizeibeamter verwies unsere Redaktion an die Kollegen der Kreispolizeibehörde Recklinghausen und die dort arbeitende Mordkommission.

Die Recklinghäuser Polizei mochte am Vormittag keine genaueren Angaben machen, was in der Nacht passiert ist. Sie verwies an die Dortmunder Staatsanwaltschaft, die für den Fall zuständig sei. Dort war bis zum Mittag niemand zu erreichen.

Unterdessen ist das nächtliche Geschehen Thema in den Mengeder Facebook-Gruppen. Es habe ein Todesopfer gegeben. Ein User berichtet von Beobachtungen eines Bekannten. Demnach habe die Polizei „definitiv jemanden abtransportiert, der komplett bedeckt wurde.“

Flucht nach Polizeieinsatz

Daran ist definitiv nichts, erklärt Staatsanwalt Jörg Schulte-Göbel am späten Nachmittag. „Das Gute ist, es wurde niemand verletzt – auch der Beschuldigte nicht.“ Nach Stand der Ermittlungen wurde die Polizei in der Nacht zu einem Einsatz wegen häuslicher Gewalt gerufen.

Der Beschuldigte sei bereits auf der Flucht gewesen. Die Polizei nahm die Verfolgung auf und stellte ihn unter der S-Bahn-Brücke. Der mutmaßliche Täter sei dann auf die Beamten zugefahren. Daraufhin hätten sie von ihrer Schusswaffe Gebrauch gemacht.

Anschließend floh der Beschuldigte wie vom Augenzeugen geschildert über die Hansemannstraße und Schragmüllerstraße. Am Kreisverkehr habe er sich dann den Beamten gestellt. Die Mordkommission Recklinghausen übernahm den Fall für die neutralen Ermittlungen.

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Geboren 1964. Dortmunder. Interessiert an Politik, Sport, Kultur, Lokalgeschichte. Nach Wanderjahren verwurzelt im Nordwesten. Schätzt die Menschen, ihre Geschichten und ihre klare Sprache.
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Uwe von Schirp
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen