Das Gaudium lockt unzählige Menschen in den Mengeder Volksgarten. Ob es in diesem Jahr stattfinden kann? Der Organisator bleibt optimistisch. © Uwe von Schirp (Archivbild)
Mittelalterfest

Trotz Corona: Mittelalterfest-Organisator plant Gaudium für den Sommer

2020 musste das Gaudium in Dortmund wegen der Corona-Pandemie ausfallen. Trotz Verlängerung des Lockdowns plant der Organisator das Mittelalterfest für dieses Jahr. Er hat eine klare Mission.

Detlef Huß organisiert mit seiner Frau Erika seit 2008 das große mittelalterliche Gaudium in Mengede. Es lockt jährlich Tausende Gäste an. „Es kommen sogar Besucher aus Wien angereist“, so beschreibt Huß die Anziehungskraft der Veranstaltung im Volksgarten.

Im Pandemie-Jahr 2020 musste das Fest ausfallen. Zu groß wäre das Infektionsrisiko gewesen. Doch bis die endgültige Absage kam, gab es noch ein Hin und Her. „Erst hieß es, wir können das Fest stattfinden lassen“, sagt Huß und erinnert sich zurück.

So fröhlich ging es im Jahr 2019 zu. Da konnte das Fest zuletzt stattfinden.
So fröhlich ging es im Jahr 2019 zu. Da konnte das Fest zuletzt stattfinden. © Stephan Schütze (Archivbild) © Stephan Schütze (Archivbild)

Im April hatte das Land NRW bis einschließlich zum 31. August alle Großveranstaltungen verboten. Doch zu dem Zeitpunkt war noch nicht geklärt, welches Fest als eine Großveranstaltung zu verstehen ist.

Ein Hin und Her im Jahr 2020

Das Gaudium gilt in Dortmund nicht als Großveranstaltung. Dafür liegt die Grenze bei mehr als 5000 Besuchern – und das täglich. Diese sei nie erreicht worden. So hatte Antje Klein vom Stadtbezirksmarketing Mengede damals argumentiert.

Außerdem war das Gaudium für den 11. bis 14. Juni terminiert, die damals aktuelle Schutzverordnung war zunächst aber nur bis zum 25. Mai gültig.

Erst wurde geprüft, ob ein Hygienekonzept für das Mittelalterfest festgelegt werden konnte. „Mit Einbahnstraßen für die Gäste“, sagt Huß als Beispiel. Doch als klar war, dass der Antrag auf Genehmigung des 13. Mengeder Gaudiums wegen der Corona-Krise ruhte, fiel für Huß die Entscheidung: Er sagte die größte Veranstaltung in Mengede bei Facebook ab.

Dieses Jahr soll es anders kommen, wenn es nach Detlef Huß geht. Auf Facebook hat er das aktuelle Veranstaltungsposter mit dem Datum geteilt. Das freute viele Dortmunder. „Hoffe, dass es klappt“, schreiben die einen, „Träum weiter“ die anderen.

Vom 3. bis 6. Juni 2021 soll das Fest steigen. Unter einer Bedingung: „Es muss natürlich erlaubt sein“, sagt Huß.

Planung läuft bereits

Der 65-Jährige sei schon „mitten in der Planung“: Die Sponsoren stehen fest, die EDG weiß Bescheid, wie viele Müllcontainer gebraucht werden. Bier ist auch bestellt.

„Wir müssen optimistisch bleiben und dürfen die Flinte nicht ins Korn werfen“, sagt der Mengeder an einem Tag, an dem der Lockdown bis Februar verlängert wird.

Was Huß wichtig ist: Er will das Fest nicht stattfinden lassen, wenn es nur eingeschränkt gefeiert werden kann. Einbahnstraßen für Gäste kommen für ihn nicht infrage. Auch passe es nicht zum Fest, wenn Besucher nicht an den Essensständen Mahlzeiten zu sich nehmen können. „Da sage ich es lieber wieder ab“, sagt er. Das Motto: Ganz oder gar nicht.

Zu dem mittelalterlichen Spektakel im Mengeder Volksgarten kamen im Jahr 2019 600 Lagerer, Versorger, Handwerker und Kaufleute, die die Besucher unterhielten.
Zu dem mittelalterlichen Spektakel im Mengeder Volksgarten kamen im Jahr 2019 600 Lagerer, Versorger, Handwerker und Kaufleute, die die Besucher unterhielten. © Stephan Schütze © Stephan Schütze

Drei Wochen Vorlaufzeit brauchen Huß und seine Frau, um das Gaudium stattfinden zu lassen. Spätestens im Mai fällt also die Entscheidung.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Freddy Schneider, Jahrgang 1993, Dortmunderin. Gelernte Medienkauffrau Digital/Print und Redakteurin. Seit 2012 arbeitet sie bei den Ruhr Nachrichten.
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