Die Stadt Dortmund will das alte Schulgebäude abreißen. Dagegen regt sich Protest. © Uwe Paulukat
Kita-Pläne

Verein im Dortmunder Westen fordert: „Lasst unsere Schule im Dorf“

In Kley soll ein Neubau den großen Bedarf an Kindergarten-Plätzen stillen. Dafür steht ein altes Gebäude vor dem Abbruch. Das stößt auf Kritik. Denn eigentlich gab es andere Pläne.

Dortmund braucht Kindergarten-Plätze. So viel steht fest. Vor allem bei den Unter-Dreijährigen ist der Bedarf groß. Stadtweit will die Stadt auf eine Quote von 50 Prozent für Kinder unter drei Jahren kommen. Zum kommenden Kindergartenjahr erreicht sie gerade einmal 40,9 Prozent.

Deswegen soll nun ein neues Konzept greifen. Demnach sollen alte Gebäude abgerissen werden und an deren Stelle neue größere Einrichtungen für mehr Gruppen und Kinder entstehen. Eine der genannten Flächen ist das Gebäude der alten Grundschule in Kley – der benachbarte Pavillon eingeschlossen.

Lange Zeit gab es für den Kleyer Weg 90 andere Pläne. Im alten Schulgebäude sollte eine Fabido-Kindertageseinrichtung entstehen. Der Pavillon sollte Bürgern und Vereinen zur Verfügung stehen. Der Bürgerschützenverein Oespel-Kley wollte das Obergeschoss als Schützenheim mit Schießstand nutzen. Für das Erdgeschoss war ein Bürgertreff geplant.

Schule ist ein historisches Gebäude

Die Stadt hat diese Pläne nun verworfen. Im Stadtteil kommt Protest auf. Allen voran vom Heimatverein Oespel/Kley. Der Vorstand beriet über das Thema am Dienstag (23.11.). „Lasst unsere Schule im Dorf!“, fordert der Verein in einer Pressemitteilung. Und führt dabei zunächst denkmalpflegerische Aspekte an.

Auch wenn die um 1900 erbaute Schule nicht unter Denkmalschutz stehe, handele es sich „doch um ein historisches Gebäude, das für die Entwicklung des Stadtteils und für seine Einwohner seit über 100 Jahren von großer Bedeutung ist“, heißt es. „In Kley finden sich kaum solch markante Gebäude bzw. Baudenkmäler, die älter als 100 Jahre sind.“

Der Heimatverein Oespel-Kley fordert, den Pavillon auf dem Schulgrundstück für einen Bürgertreff und als Schützenheim zu nutzen.
Der Heimatverein Oespel-Kley fordert, den Pavillon auf dem Schulgrundstück für einen Bürgertreff und als Schützenheim zu nutzen. © Beate Dönnewald (Archiv) © Beate Dönnewald (Archiv)

Statt eines Neubaus fordert der Verein eine Sanierung. „Das Gebäude hat eine solide Sanierung verdient und kann dadurch Teil der positiven Stadtteilentwicklung des bisher vernachlässigten Ortsteils werden.“ Eine Sanierung sei ferner im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung „eine bessere Alternative“.

Heimatverein sammelt Unterschriften

Kley brauche zudem den Bürgertreff als zentrale Anlaufstelle. Er habe für die identitätsbildende Wirkung in Ort große Bedeutung. „Es gilt, das Versprechen des Stadt-Dezernenten Jörg Stüdemann einzulösen, dass nach Abzug der Flüchtlinge aus der alten Schule für die Kleyer Bürger ein Bürgerzentrum errichtet wird.“

Darum fordert der Heimatverein eine Sanierung des alten Schulgebäudes „mit Erweiterungsbauten für die geplante Kita“. Das Versprechen der Stadt, einen Bürgertreff für Kley einzurichten, müsse endlich erfüllt werden. Der Verein geht davon aus, für viele Kleyer und Oespeler Bürger zu sprechen, erklärt Vorsitzender Uwe Paulukat im Gespräch mit dieser Redaktion. „Wir werden kurzfristig eine Unterschriftensammlung starten.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Geboren 1964. Dortmunder. Interessiert an Politik, Sport, Kultur, Lokalgeschichte. Nach Wanderjahren verwurzelt im Nordwesten. Schätzt die Menschen, ihre Geschichten und ihre klare Sprache.
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Uwe von Schirp

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