10 Jahre Phoenix-See: Ein Exportschlager sorgt für klares Wasser

rnDie Erfolgsgeschichte Phoenix-See

Es war ein Versuch, der auch hätte schiefgehen können. Tat er aber nicht und so sorgt eine kleine Pflanze, die 2011 in den Phoenix-See eingesetzt wurde, auch heute noch für Furore.

Hörde

, 04.09.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wo andere Gewässer unter der andauernden Trockenheit und der Hitze stöhnten und ächzten, geht es dem Phoenix-See erstaunlich gut. Einem Stadtgewässer, dem die Kritiker keine lange Lebenserwartung gegeben hatten. Oder wie Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau so schön formulierte: „Es gab da Leute, die haben gedacht, wenn wir den See mit Wasser füllen, läuft das Wasser durch irgendwelche Hohlräume bis Neuseeland.“

Heute, 10 Jahre nach der Flutung des ehemaligen Stahlwerkgeländes, weiß man es besser. Der See wird gespeist durch Grundwasser, das vom Ardeygebirge in Richtung Hörde „sickert“ und vom Regenwasser, das von den umliegenden Bereichen in den See geleitet wird. Das funktioniert prächtig. So gut, dass es noch zu keiner Zeit zu einer für Tiere und Pflanzen bedrohlichen Situation kam.

Die Wasserqualität des Sees ist besser als erhofft

Um ganze 34 Zentimeter sank der Wasserpegel im Maximum. 2018 war das. Und noch etwas erstaunt ein wenig - im positiven Sinne. „Die Wasserqualität ist besser, als wir es zu hoffen wagten“, so der Oberbürgermeister. Der stolz ist auf den Binnensee, für den die Stadt Dortmund den Deutschen Städtebaupreis erhielt; Er ist auch äußerst zufrieden mit der Arbeit eines Dortmunder Neubürgers, der 2011 in den Phoenix-See zog.

Stehen für ein Erfolgsprojekt: Bern Möhring, Dr. Uli Patzelt (beide Emschergenossenschaft), Oberbürgermeister Ulli Sierau und Georg Sümer (Stadtentwässerung).

Stehen für ein Erfolgsprojekt: Bern Möhring, Dr. Uli Patzelt (beide Emschergenossenschaft), Oberbürgermeister Ulli Sierau und Georg Sümer (Stadtentwässerung). © Jörg Bauerfeld

Die Armleuchteralge ist nämlich in der Lage, dem Wasser anorganische Kohlenstoffverbindungen zu entziehen. Also Nährstoffe, die das Algenwachstum fördern. Die Ausscheidungen von Wasservögeln beispielsweise. Das funktioniert zwar auch bei anderen Algenarten, nur hat die Armleuchteralge einen Vorteil - sie wächst nicht so hoch. Sie breitet sich lediglich auf dem Seegrund aus. Dreiviertel des Phoenix-See-Bodens sind schon bedeckt.

Die Armleuchteralge vertreibt andere Wasserpflanzen

Zudem scheint sie, anderen Wasserpflanzenarten gegenüber, ein ziemlich mieser Geselle zu sein und vertreibt diese. Wie zum Beispiel die Wasserpest. Zusammen mit der Phosphat-Eliminationsanlage, die stündlich bis zu 90 Kubikmeter Seewasser filtert, ist das Ergebnis eine Wasserqualität, die fast an Trinkwasser heranreicht.

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Der Einsatz der Armleuchteralge, die 2011 aus dem Duisburger Hafen geholt wurde, ist auf jeden Fall eine Erfolgsgeschichte. Und die ist noch lange nicht zu Ende. Denn die kleine grüne Wasserpflanze entwickelt sich so langsam zu einem Exportschlager. „Uns ist mit der Armleuchteralge geholfen worden, jetzt helfen wir auch“, sagt Georg Sümer von der Stadtentwässerung.

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So haben Taucher aus dem Phoenix-See Armleuchteralgen entnommen und an den Ruhrverband übergeben. Für ein Forschungsvorhaben im Baldeneysee. Auch im Blücherparkweiher in Köln ist schon die Hörder Armleuchteralge zu finden.

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