100 Millionen Euro Verlust: Gekko-Ausstieg beschlossen

Entscheidung des Dortmunder Rats

Das soll's gewesen sein mit der Beteiligung von DEW 21 am Pannen-Gemeinschaftskraftwerk Steinkohle (Gekko) in Hamm: Dortmunds Rat hat einstimmig den Ausstieg der städtischen Tochter beschlossen. Das Aus kostet fast 100 Millionen Euro - der Verbleib wäre noch teurer gewesen. Nun sind aber noch Gespräche mit RWE zu führen.

DORTMUND

, 10.12.2015 / Lesedauer: 2 min
100 Millionen Euro Verlust: Gekko-Ausstieg beschlossen

DEW 21 steigt aus dem Gekko-Kraftwerk in Hamm aus.

Auf Empfehlung der Geschäftsführung des Dortmunder Energieversorgers DEW 21 hatte im November bereits der DEW-Aufsichtsrat den Ausstieg aus dem Gemeinschaftskraftwerk Steinkohle - kurz: Gekko - beschlossen.

In der letzten Sitzung 2015 am Donnerstag hat nun auch der Dortmunder Rat einstimmig das Ende der DEW-Beteiligung an Gekko beschlossen. Zusätzlich zu 65,3 Millionen Euro an Rückstellungen, die DEW für die Geschäfte aus dem Pannen-Kraftwerk bereits gebildet hat, kommt durch den Ausstieg jetzt ein Verlust in Höhe von 31,23 Millionen Euro hinzu. Insgesamt muss DEW also fast 100 Millionen Euro in den Wind schreiben. 

23 Stadtwerke müssen den Ausstieg beschließen

Acht Jahre dauerte die Beteiligung von DEW und weiteren 22 Stadtwerken oder Städten am RWE-Kraftwerk in Hamm an. Dessen Block E lief verspätet an, Block D – wohl ein Totalschaden – nie. Selbst wenn beide Blöcke liefen: Der Strompreis ist in Folge der Finanzkrise ab 2008 und durch die Förderung erneuerbarer Energien nach Fukushima 2011 rasant gesunken. Gekko wäre wohl nie das glänzende Geschäft geworden, dessentwegen die Stadt-/Stadtwerke-Chefs einst leuchtende Augen bekamen.

Der jetzt beschlossene Ausstieg von DEW aus dem Gekko-Projekt funktioniert allerdings nur, wenn alle 23 beteiligten Stadtwerke/Städte den gleichen Beschluss fassen. Wenn ein Stadtwerk oder eine Stadt an Gekko festhalten will, scheitert der Ausstieg auch für alle anderen. 

Nach Kenntnis dieser Redaktion haben alle Beteiligten den (teilweisen) Ausstieg beschlossen. Aus RWE-Kreisen hieß es am Donnerstag, das Unternehmen werde mit ihnen bis Jahresende wohl das endgültige Projekt-Ende fixieren.

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