100-Prozent-Behinderte gibt Kampf um geringeren Rundfunkbeitrag auf

81-jährige Dortmunderin

Mehr als ein Jahr lang hat die 81-jährige Helene Stadermann um eine Ermäßigung des Rundfunkbeitrags gekämpft. Mit ihren attestierten 100 Prozent Behinderung steht ihr das zu. Doch jetzt gibt sie auf. Sie hat das Gefühl, „gegen das Amt“ nicht anzukommen.

DORTMUND

, 15.12.2017, 17:18 Uhr / Lesedauer: 1 min
100-Prozent-Behinderte gibt Kampf um geringeren Rundfunkbeitrag auf

Helene Stadermann hat ihren Kampf um eine Ermäßigung der Rundfunkgebühren aufgegeben. © Michael Schuh

Helene Stadermann wird ein 100-prozentiger Grad der Behinderung mit dem Zusatz „außergewöhnliche Gehbehinderung“ attestiert. Mehr als ein Jahr lang hat sie jetzt um eine Ermäßigung des Rundfunkbeitrags gekämpft. Nicht, um ein paar Euro zu sparen, wie die Dortmunderin stets beteuert, „sondern, weil das mein gutes Recht ist“. Doch der Briefwechsel mit dem städtischen Versorgungsamt zerrt zu sehr an ihren Nerven: „In diesem Fall hat David gegen Goliath keine Chance.“

Im Aktenordner der Rentnerin, die sich wegen starken Altersschwindels, einer Herzerkrankung, Arthrose und – nach zwei Operationen – großer Hüftprobleme auch zu Hause nur noch langsam mit dem Rollator fortbewegen kann, stapeln sich die Schriftstücke. Einerseits die des Versorgungsamtes, das die Voraussetzungen für eine Rundfunkbefreiung bisher als nicht gegeben ansah, andererseits die handschriftlichen Antwortbriefe der 81-Jährigen.

„Die haben doch alle Berichte“

Unlängst sei ein weiteres städtisches Schreiben hinzugekommen, sagt Helene Stadermann. Darin werde sie vom Versorgungsamt aufgefordert, sich noch einmal untersuchen zu lassen. „Aber was soll denn noch alles untersucht werden?“, fragt die Seniorin. „Die haben doch alle ärztlichen Berichte schon schriftlich.“

Dieses letzte Schreiben sei schließlich auch der Grund für die Aufgabe ihres Kampfes gewesen, fährt die Rentnerin fort: „Denn jede schriftliche Antwort kostet mich 70 Cent Porto – und ich muss jemanden finden, der mein Schreiben zum Briefkasten bringt.“ Was keineswegs bedeuten soll, dass sich Helene Stadermann nicht auch weiterhin im Recht sieht: „Doch gegen das Amt kommt man einfach nicht an.“

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