1000 Besucher schwofen beim Festival Ska Explosion

Dietrich-Keuning-Haus

Acht Bands, tausend Besucher, neun Stunden Musik. Die Ruhrpott Ska Explosion am Samstag im Dietrich-Keuning-Haus war ein afro-karibischer Marathon.

DORTMUND

21.01.2013, 06:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
1000 Besucher schwofen beim Festival Ska Explosion

„Wir sind gekommen, um dem Ska zu huldigen!“, sagten Los Placebos.

Man sieht Dreadlocks, Wollmützen, Punks und Glatzen, Jungs und Mädels, Rude Boys und Rude Girls, wie sie einträchtig im "Riddim" schwofen. Ein Rhythmus, der von Jamaika aus die Welt erobert hat, der immer wieder neue Jünger rekrutiert, unter Fans wie Musikern. Als wir um 19 Uhr die Halle betreten, hören wir noch, wie die Dortmunder Formation Bunga Bunga Club den deutschen Evergreen "Brennend heißer Wüstensand" ins Ska-Idiom übersetzt. Ja doch, das funktioniert, das macht Spaß. Später am Abend wird Dr. Ring Dings Ska-Vaganza "Freedom Of Thought" spielen, nichts anderes als eine Jazz-infizierte Version von "Die Gedanken sind frei". Ska ist offen in viele Richtungen. Da ist sein afrikanisches Erbe, das er mit mit dem Rhythm‘n‘Blues teilt, der sein direkter Vater ist. Da sind Jazz-Einflüsse, die beim Festival im Keuninghaus immer dann aufscheinen, wenn gestandene Könner am Werk sind.

Da hörte man feine Soli, vorzugsweise von Bläsern. Großartig die Saxofone bei Dr. Ring Ding, der auch eine satte Posaune spielt. Toll auch das Gebläse der Steadytones, die einen echten Veteranen begleiten: Stranger Cole, Jahrgang 1945, ist ein Ska-und Rocksteady-Mann der ersten Stunde. Sein Auftritt war das Highlight des Festivals. Im Tempo moderater als der Remmidemmi-Zicken-Ska der Niederländer Mr. Review (die sich mit diesem Konzert verabschiedeten), aber ungemein wuchtig, präzise und mitreißend gespielt: Rocksteady eben. Die Briten von Buster Shuffle stehen mit einem Bein im Lager von Rock‘n‘Roll und Jump Blues – auch sehr schön. Ska bis in die Puppen – ein langer, großer Abend

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