1000 Metaller demonstrierten bei Warnstreik in Dortmund

Am Dienstagvormittag

Rund 1000 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie haben am Dienstag bei einem Warnstreik der IG Metall in Dortmund demonstriert. IG-Metall-Bezirksleiter Knut Giesler kritisierte das bisherige Angebot der Arbeitgeber in den Tarifverhandlungen als "unterirdisch". Die Arbeitgeber wiederum nennen den Warnstreik "unverantwortlich".

DORTMUND

, 03.05.2016, 09:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
1000 Metaller demonstrierten bei Warnstreik in Dortmund

Die IG Metall hatte am Dienstagvormittag die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Dortmund zum Warnstreik aufgerufen. Nach Gewerkschaftsangaben nahmen rund 1000 Teilnehmer an der Aktion teil.

Aktualisierung 13.00 Uhr: Beschäftigte arbeiten wieder

Die Kundgebung vor dem Haus der Unternehmensverbände war gegen 11.15 Uhr beendet. Die Beschäftigten von 23 Dortmunder und Lüner Betrieben wurden mit Bussen wieder in die Unternehmen gefahren. Dort haben sie wieder die Arbeit aufgenommen - es handelte sich nur um einen vorübergehenden, keinen ganztägigen Warnstreik. 

Bei der Kundgebung sagte IG-Metall-Bezirksleiter Knut Giesler, er könne das Gerede der Arbeitgeber von einer nur scheinbar guten Konjunktur nicht mehr hören. Die Konjunktur wird aus Sicht der Arbeitgeber von den niedrigen Energiekosten, den niedrigen Zinsen sowie günstigen Wechselkursen beflügelt. Das stellte Giesler nicht in Abrede, er sagte jedoch: "Es gibt ja auch keine Schein-Gewinne - diese haben die Unternehmen eingesteckt. Die Konjunktur ist stabil." 

Die IG Metall wolle jetzt wieder versuchen, die Arbeitgeber am Verhandlungstisch "weiter zu bearbeiten", sagte zum Abschluss der Kundgebung Ulrike Kletezka, 2. Bevöllmächtigte der IG Metall in Dortmund. 

Auch Ernst-Peter Brasse, Geschäftsführer des Unternehmerverbands, der sich die ganze Kundgebung anhörte, sagte, dass "wir eine Lösung finden müssen - und die werden wir in NRW auch finden". Er bekräftigte allerdings die Sicht der Arbeitgeber, wonach die wirtschaftliche Lage der Unternehmen sehr unterschiedlich sei. Gerade exportorientierten Maschinenbauern auch in Dortmund gehe es eben nicht so gut, dass sie die Lohnforderung der IG Metall mitgehen könnten. Brasse kritisierte die Warnstreiks in den Unternehmen als "unverantwortlich und unangemessen". 

Aktualisierung 10.45 Uhr: 1000 Streikende 

Die Demo ist inzwischen am Haus der Unternehmensverbände angekommen. Nach Angaben der IG Metall sind es rund 1000 Streikende, die in Dortmund protestieren. Nach Angaben der Polizei waren 800 bis 900 Leute auf der Straße. Aktuell läuft die Abschlusskundgebung. 

IG Metall Bezirksleiter Knut Giesler berichtet von den Verhandlungen. Das Angebot der Arbeitgeber sei "unterirdisch" gewesen. Apropos Arbeitgeber: Ernst-Peter Brasse, Geschäftsführer des Unternehmerverbands, ist vor die Tür des Gebäudes gekommen und hört sich die Forderungen, die Kritik und die Pfiffe der Arbeitnehmer an. 

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

So war der Streik der Metall- und Elektroindustrie

Rund 1000 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie demonstrieren am Dienstagvormittag bei einem Warnstreik der IG Metall in Dortmund. Bezirksleiter Martin Giesler übte Kritik an der Arbeitgeberseite, das bisherige Angebot sei unterirdisch gewesen.
03.05.2016
/
Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie streikten.© Foto: Michael Schnitzler
Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie streikten.© Foto: Michael Schnitzler
Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie streikten.© Foto: Michael Schnitzler
Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie streikten.© Foto: Michael Schnitzler
Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie streikten.© Foto: Michael Schnitzler
Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie streikten.© Foto: Michael Schnitzler
Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie streikten.© Foto: Michael Schnitzler
Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie streikten.© Foto: Michael Schnitzler
Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie streikten.© Foto: Michael Schnitzler
Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie streikten.© Foto: Michael Schnitzler
Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie streikten.© Foto: Michael Schnitzler
Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie streikten.© Foto: Michael Schnitzler
Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie streikten.© Foto: Michael Schnitzler
Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie streikten.© Foto: Michael Schnitzler
Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie streikten.© Foto: Michael Schnitzler
Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie streikten.© Foto: Michael Schnitzler
Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie streikten.© Foto: Michael Schnitzler

Aktualisierung 10.10 Uhr: Die Demo hat begonnen

IG Metall ruft Beschäftigte der Metall-/Elektroindustrie in #Dortmund zum Streik auf. Et Trömmelche jeht.. pic.twitter.com/8dAcX9Yczj

— Michael Schnitzler (@SchnitzlerM)

Erste Meldung 9.41 Uhr: Streik in Dortmund

Hintergrund des Warnstreiks ist die laufende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie. Die IG Metall fordert für die Beschäftigten fünf Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber haben dagegen zuletzt nur 2,1 Prozent mehr Geld sowie eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent geboten. 

Beschäftigte wollen an guter wirtschaftlicher Situation beteiligt werden

Das ist aus Sicht der IG Metall zu wenig - die Beschäftigten sollten an der guten wirtschaftlichen Lage der Unternehmen profitieren. Die Arbeitgeber auf der anderen Seite argumentieren, dass die wirtschaftliche Lage so gut gar nicht sei. Im Übrigen seien die Löhne schon hoch und könnten nicht immer weiter steigen. 

Die Streikenden wollen sich am Dienstag um 10 Uhr vor der IG-Metall-Geschäftsstelle am Ostwall treffen und zum Haus der Unternehmensverbände in der Prinz-Friedrich-Karl-Straße ziehen. Dort soll eine Kundgebung stattfinden.

Dortmunds Autofahrer müssen sich auf Verkehrsbehinderungen einstellen: Dies dürfte den Ostwall, die Märkische Straße, die Ernst-Mehlich-Straße und den Heiligen Weg betreffen, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei. 

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Ruhr Nachrichten Tempo-30-Zonen und Umweltspur
Schon jetzt Sorgen über Ausweichverkehr – Umwelthilfe und Grüne stellen neue Forderungen