134 Millionen Fahrgäste nutzten 2016 Dortmunds Nahverkehr

DSW21-Verkehrsbilanz

Ein wenig ruhigeres Fahrwasser als in 2016 dürfte sich DSW-Verkehrsvorstand Hubert Jung für dieses Jahr gewünscht haben. Denn das letzte war geprägt von Fahrzeugpannen und Diskussionen um die Zukunft der Verkehrssparte unter dem Dach von DSW21. Trotzdem fällt die Verkehrsbilanz für 2016 durchaus positiv aus.

DORTMUND

, 02.06.2017, 02:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
134 Millionen Fahrgäste nutzten 2016 Dortmunds Nahverkehr

Ähnlich viele Fahrgäste wie im Vorjahr haben die Stadtwerke transportiert.

Mit 134,1 Millionen blieb die Zahl der Fahrgäste im Jahr 2016 nahezu konstant (2015: 134,4 Millionen). Das Verkehrsdefizit fiel mit 52,6 Millionen Euro sogar etwas niedriger aus als im Vorjahr (53,8 Millionen Euro). „Das ist – angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen – unterm Strich ein erfreuliches Ergebnis“, stellte Hubert Jung fest.

Dass die Fahrgastzahlen wie im gesamten Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) und angesichts steigender Einwohnerzahlen nicht leicht gestiegen sind, führt Jung auf die Probleme beim Stadtbahn-Verkehr auf der Ost-West-Strecke mit der Linie U43 zurück.

Wegen der ermittelten Fahrzeugschäden an den Bahnen vom Typ NGT8 war teilweise nur 60 Prozent der Flotte im Einsatz. Inzwischen können wieder 34 von 41 Fahrzeugen genutzt werden. Bis Ende des Jahres soll auf der Strecke zwischen Dorstfeld und Wickede wieder der „Normalzustand“ erreicht sein.

Investitionsbedarf in dreistelliger Millionenhöhe

Erledigt hat sich auch die Diskussion um die neue Struktur von DSW21, um eine europarechtskonforme Direktvergabe des städtischen Verkehrsauftrags zu ermöglichen. Nach der Ausschreibung des Bus- und Bahnbetriebs im EU-Amtsblatt gab es keine weiteren Bewerber. In diesem Sommer soll die DSW21 Holding GmbH gegründet werden, kündigt Hubert Jung an. Mit dem neuen Gesellschaftskonstrukt soll der nötige städtische Einfluss auf die Verkehrstochter garantiert werden.

Der damit mögliche neue Verkehrsauftrag über 22,5 Jahre gebe dem Unternehmen die nötige Planungssicherheit für die zahlreichen nötigen Investitionen, betont Jung. Denn es müssen nicht nur für einen dreistelligen Millionenbetrag neue Fahrzeuge angeschafft oder alte saniert, sondern auch Stellwerke, Signaltechnik, Rolltreppen und Gleise erneuert werden. Aufgaben, für die nun auch öffentliche Fördermittel in Aussicht stehen, freut sich Jung über die aktuellen Signale von Bund und Land.

Erhöhung von Bahnsteigen

Eine wichtige Rolle bei den Investitionen spielt nach wie vor das Thema Barrierefreiheit. Hier geht es nicht nur um den weiteren Bau von Aufzügen und die Erhöhung von Bahnsteigen. Konkret geplant ist bereits, die an der Station Stadtgarten seit Jahren getesteten Zug-Ansagen über Lautsprecher als Hilfe für Sehbehinderte auf die zentralen Stationen Kampstraße und Reinoldikirche auszudehnen, kündigte DSW-Betriebsleiter Ralf Habbes an.

Ausschreibung läuft neu

Eine schwere Geburt ist weiterhin die Erneuerung und Erweiterung der B-Wagen-Flotte für die Linien U41, U42, U45, U46, U47 und U49. Nach erneuerter Ausschreibung haben die Anbieter nun bis Ende August Zeit, ihre Angebote zu konkretisieren. Anfang 2018 soll der Auftrag für 24 bis 26 neue Fahrzeuge und die Sanierung von 64 alten Bahnen erteilt werden. Anfang 2020 könnten dann die ersten neuen Bahnen geliefert werden.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt