15-Jähriger erstellte Liste mit Todesdrohungen gegen Lehrer und Schüler

Leibniz-Gymnasium

Großeinsatz am Leibniz-Gymnasium im Kreuzviertel: Ein 15-jähriger Schüler hat Lehrer und Mitschüler mit dem Tode bedroht. Ihre Namen hat er auf eine entsprechende Liste geschrieben. Eine entsprechende Information unserer Redaktion bestätigte die Polizei am Dienstagnachmittag. Inzwischen gibt es weitere Einzelheiten zu dem Vorfall.

DORTMUND

, 06.12.2016, 15:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Leibniz-Gymnasium im Kreuzviertel.

Das Leibniz-Gymnasium im Kreuzviertel.

Bereits am Montagabend hatte diese Redaktion die Dortmunder Polizei mit einer entsprechenden Information zu den Morddrohungen am Leibniz-Gymnasium konfrontiert. Mit dem Verweis auf laufende Ermittlungen wollte sich die Polizei zunächst nicht äußern. Am Dienstagnachmittag folgte dann eine öffentliche Mitteilung der Behörde. 

Demnach soll ein 15-jähriger Schüler des Leibniz-Gymnasiums eine Liste mit Namen von Lehrer und Mitschülern erstellt haben. Die Polizei erhielt nach eigenen Angaben am Montag gegen 12.40 Uhr Kenntnis über verdächtige Äußerungen des 15-Jährigen. Zeugen hatten eine Liste bei dem Schüler entdeckt, er selbst soll diese Liste entsprechend kommentiert haben. Das löste den Großeinsatz aus. Als Kollegium und Schüler noch in der Schule waren, fuhren gleich mehrere Polizeiautos vor. Trotzdem, so Schulleiter Dr. Dennis Draxler, hätten zu diesem Zeitpunkt nur wenige Schüler etwas von dem Vorfall mitbekommen. Der Unterricht sei normal weitergelaufen. Erst beim Verlassen der Schule seien einige Schüler auf die Polizei aufmerksam geworden. Sehr schnell sei der Polizei vor Ort klar geworden, dass eine akute Bedrohungslage nicht gegeben sei, so eine Polizeisprecherin.

Polizei nimmt 15-Jährigen fest

Um den Wahrheitsgehalt der Äußerungen zu überprüfen, fahndete die Polizei nach dem 15-jährigen Schüler. Sie trafen ihn zuhause an, heißt es in der Presseerklärung der Polizei. Der Junge wurde vorläufig festgenommen. 

Bei der Durchsuchung der Wohnräume stellten die Polizeibeamten das Handy und den Laptop des Verdächtigen sowie eine Liste mit Namen sicher. Zu den Tatvorwürfen äußerte sich der Jugendliche nicht. 

Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen und einer Gefährderansprache durch die Polizei wurde er seinen Eltern übergeben. Die Schulleitung erhielt Kenntnis über die Entwicklung des Einsatzes und der polizeilichen Maßnahmen, entsprechende Folgemaßnahmen wurden eingeleitet. Genauere Angaben machte die Polizei zunächst nicht. Polizeisprecherin Cornelia Weigandt betonte: "Das ist kein blöder Scherz." Neben den immensen Kosten des Polizeieinsatzes könne der Fall auch strafrechtliche Folgen haben. "Wir ermitteln zum Strafbestand Störung des öffentlichen Friedens und Androhung einer Straftat", so Weigandt.

Keine konkreten Hinweise

Weiterführende Ermittlungen ergaben keine konkreten Hinweise zu einer möglichen Tatausführung, heißt es in der Presseerklärung der Polizei. Waffen seien nicht sichergestellt worden. Nach dem gegenwärtigen Ermittlungsstand geht die Polizei nicht von einer Ernsthaftigkeit der Androhung aus.

Am Leibniz-Gymnasium ging am Dienstag alles wieder seinen gewohnten Gang. Schüler und Kollegium seien durch die Schulleitung über den Vorfall informiert worden. Auch stehe die Schule in engem Kontakt mit der Stadt, dem Schulträger. Dort könne im Bedarfsfall Hilfe durch den psychologischen Dienst angefordert werden. "Jeder nimmt eine solche Nachricht anders auf", so Schulleiter Dr. Draxler. Wer über den Vorfall reden wolle, bekäme ein entsprechendes Angebot.

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