1500 Fans strömen nach Brackel und feiern den Meister

Öffentliches BVB-Training

Nach dem Rausch folgt der Kater, nach intensiver Extase die pure Erleichterung – und jene Erleichterung war beim BVB-Training am Mittwoch deutlich zu spüren. Zum ersten Mal nach dem feststehenden siebten Titelgewinn des Vereins präsentierten sich die Spieler ihren Fans.

DORTMUND

05.05.2011, 00:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Meister, eine Unterschrift bitte. Nach dem ersten öffentlichen Training kam noch Arbeit auf die BVB-Spieler zu.

Meister, eine Unterschrift bitte. Nach dem ersten öffentlichen Training kam noch Arbeit auf die BVB-Spieler zu.

Auch die BVB-Fans Sally und Sheila Arendt müssen sich der Prozedur unterziehen. Mustern, Gruß, durchwinken. Mustern, Gruß, durchwinken... Rund 1500 Mal war dies am Mittwoch der Fall, so viele BVB-Fans sollten zur Übungseinheit des neuen Deutschen Fußballmeisters Borussia Dortmund kommen. Zwischenzeitlich musste das graue Tor sogar geschlossen werden. Doch zurück zu den Arendt-Zwillingen. Sie sind extra aus Luxemburg angereist. Drei Stunden Autofahrt nehmen die 23-Jährigen für ihren BVB gerne in Kauf. „Kein Problem. Das machen wir freiwillig. Unser Herz schlägt für Schwarzgelb“, sagt Sally Arendt und ihre Schwester ergänzt: „Wir sind froh, dass wir endlich in Dortmund angekommen sind.“ Das ist sie – die Erleichterung. Nach dem „Trikottausch“ – modisches Oberteil gegen Borussen-Dress – führt der Weg der Zwillinge direkt zum Trainingsplatz. Dort steht auch Mario Willig vom BVB-Fanklub „Linke Klebe“.

Er hat das, worauf die BVB-Verantwortlichen noch bis zum 14. Mai warten müssen – die Meisterschale. Extragroß versteht sich. 1,50 Meter im Durchmesser misst die selbst gebastelte Trophäe. Acht Wochen hat Mario Willig an der Schale aus Pappe, stabilisiert mit Dämmplatten, gewerkelt. Pünktlich zum entscheidenden Meisterschaftsspiel gegen den 1. FC Nürnberg ist „das Dingen“ fertig geworden. „Das war ein richtiger Endspurt“, sagt Mario Willig. Da war sie wieder – die Erleichterung. Doch für alle heißt es zunächst erstmal warten. Warten auf Dortmunds Meisterhelden. Unter den Trainingskiebitze ist auch Alexander Streckbein. 42 Jahre. Gebürtige Dortmunder. Soweit nicht Ungewöhnliches – doch Streckbein hat aus schwarzgelber Sicht ein Laster mit sich zu tragen. Er ist ein Blauer. Genauer gesagt, ist er Fan von Revier-Rivale FC Schalke 04. „Mein sechsjähriger Sohn fiebert mit dem BVB. Deshalb bin ich hier“, entschuldigt sich der 42-Jährige mit einem Augenzwinkern.

Es hätte ihn sogar ein bisschen Überwindung gekostet zum BVB-Trainingzentrum zu kommen. Doch seinem Sohn zu liebe, würde er alles tun. Da ist sie wieder – eine gewisse Erleichterung. Um 15.40 Uhr betreten die BVB-Profis das Grün. Die Fan-Nase kribbelt, denn der Rasen ist frisch gemäht. Platzwart Willi Droste hat ganze Arbeit geleistet. Mit zehnminütiger Verspätung beginnt die Übungseinheit. Als die Mannschaft bei der Laufrunde an den Zuschauern vorbei kommt, brandet Applaus auf. Das Lied der Saison wird angestimmt: „Wer ist Deutscher Meister? BVB Borussia.“ Nach rund 90 Minuten macht Cheftrainer Jürgen Klopp Schluss. Jetzt beginnt die (Nachspiel)-Zeit der Autogrammjäger. Geduldig unterschreiben die BVB-Profis auf alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Viele glückliche Fan-Gesichter verlassen das Trainingszentrum. Willi Droste bringt es zum Abschluss auf den Punkt: „Es ist alles gut gelaufen. Es war ein toller Tag.“ Da ist sie wieder – die Erleichterung. Was ein Titelgewinn doch alles bewirken kann...

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