18.000 Menschen feierten den U-Turm

Kulturhauptstadt-Finale

Auch, wenn Emotionen wichtiger sind als Zahlen: Dortmund hat - was die Besucherresonanz angeht - im Quartett der Finalparty-Gastgeber der Kulturhauptstadt ganz klar den Ton angegeben: 18.000 Menschen kamen am Samstag in den zehn Stunden von 12 bis 22 Uhr, um ihre neues Haus für die Kunst in Besitz zu nehmen.

DORTMUND

von Von Julia Gaß

, 18.12.2010, 22:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Fröhlich feierten die Menschen auch im Schnee vorm U das neue Dortmunder Wahrzeichen.

Fröhlich feierten die Menschen auch im Schnee vorm U das neue Dortmunder Wahrzeichen.

Draußen machte Besuch aus dem Sauerland Mut: Mia Mittelkötter und Bruno Knust im Doppel – da gab‘s auch dichte Menschentrauben. Auch, als Klaus Neuhaus auf einer der beiden Außenbühnen mit JeKi-Kindern zur Begrüßung um 12 Uhr „Schneeflöckchen, Weißröckchen sang“. Kinder und Eltern hörten genau zu, als Kulturdezernent Jörg Stüdemann dort versprach: „Das Ende der Kulturhauptstadt ist der Anfang. Wir werden das U weiterentwickeln und die Festivals Klangvokal und RuhrHochDeutsch fortsetzen.“ Auch Oberbürgermeister Ullrich Sierau schaute zwei Stunden später, als er mit Fritz Pleitgen auf der Bühne stand, in die Zukunft: „Wir sagen Adieu Kulturhauptstadt und Hallo U. Mit einer Träne im Auge: Die Kulturhauptstadt ist in den Herzen der Menschen angekommen."

Und Pleitgen schwärmte vom U als „Zauberkasten“ und betonte stolz: „Die Menschen haben Kultur zu einer Bürgerbewegung gemacht“. Der schloss sich auch Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert gerne an und kam erst nach Dortmund und fuhr dann nach Gelsenkirchen. "Das U hatte heute für mich Priorität", so Lammert. Das lang ersehnte Eröffnungsfest des U-Turms war auch ein Treffen der Kunstszene. Viele Besucher kannten den Turm noch von der Ausstellung „Reservate der Sehnsucht“ und erkannten den neuen Museumstempel nicht wieder. Und ganz nebenbei hat Dortmund mit dem Turm auch einen neuen Konzertsaal, oben im View, gewonnen. Den eröffneten die Philharmoniker unter Leitung von Lancelot Fuhry mit „Blaubart“-Operettenmusik. Akustisch sehr vorteilhaft ist der Raum, hat nicht zu viel Hall und bietet mit Galerien reizvolle Möglichkeiten zu Klangexperimenten.

„Wir bauen ein U, eine Zwingerburg des Glanzes“ sang der „Chor der Kreativen“ des Schauspiels, zur Eröffnung. Am Samstag strahlte dieser Glanz weit in die Metropole Ruhr hinein.

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Dortmund am Abend

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