2000 Grundschulplätze zu viel

Schulschließungen

DORTMUND In 93 Dortmunder Grundschulen gibt es 2.000 Schüler-Plätze zu viel. Nicht nur das Haushaltsloch, sondern auch der demographische Wandel zwingen zum Abbau der Kapazitäten. Für das Verfahren arbeitet die Stadt an einem Bewertungsraster.

von Von Gaby Kolle

, 17.11.2009, 15:16 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mit einem übergroßen Bettlaken rufen die Loh-Schüler zur Rettung ihrer Grundschule auf.

Mit einem übergroßen Bettlaken rufen die Loh-Schüler zur Rettung ihrer Grundschule auf.

Nach diesen „informellen Gesprächen“ hofft er auf eine „entsprechende Akzeptanz des formellen Verfahrens“, das in eine Beschlussvorlage Mitte Februar für den Rat münden wird. Ein Schulplatz kostet 820 Euro. Bei Schließung der drei in Rede stehenden Schulen würde die Stadt jährlich 250.000 Euro an Betriebskosten sparen. 

Sierau und Bonekamp wollen sich noch einmal alle Argumente anhören und abwägen. Darunter fallen die pädagogischen Konzepte der jeweiligen Schulen und ihrer Nachbarschulen und die Möglichkeit der Übersiedlung ganzer Klassenverbände. Auch die soziale Gerechtigkeit in benachteiligten Stadtbezirken sei ein Kriterium. Die Grundschule Loh sieht Sierau als Standort, „der aller Voraussicht nach geschlossen wird“. Gegen eine Weiterführung der Grundschule Wichlinghofen spricht der Brandschutz, der einen Neubau für 6 Mio. Euro notwendig macht. Sierau: "Das ist nicht zu stemmen." Die Insellage in Deusen könnte wegen anfallender Schulbusfahrten für den Erhalt der Grafen-Grundschule sprechen.

Mit dem jetzigen Verfahren erarbeitet sich die Verwaltung ein Bewertungsraster auch für künftige Schulschließungen. Sierau: „Wir sind noch nicht am Ende der Fahnenstange. Von 2010 bis 2014 geraten weitere zehn Schulen in den Fokus.“ 

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