22 Keller, ein Schlüssel: Vermieter zahlt Schadenersatz

Amtsgericht

War es Sparsamkeit, Faulheit oder Unachtsamkeit? Ein Hausbesitzer hat in 22 Kellertüren seines Kirchhörder Wohnkomplexes fast ausschließlich dieselben Schlösser verbaut. Nach einem Diebstahl hatte das nun böse Folgen für den Vermieter.

DORTMUND

von Von Martin von Braunschweig

, 15.11.2011, 16:06 Uhr / Lesedauer: 1 min

Statt der geforderten 1800 Euro wurden dem frustrierten Hobbyradler jedoch nur 461 Euro zugesprochen. Nach Ansicht des Gerichts trägt der Mann durchaus ein Mitverschulden an dem Diebstahl. Außerdem könne er nicht den Neupreis des Rades, sondern nur den Zeitwert einklagen. Was war geschehen? Am frühen Morgen des 18. Januar hatte der Mieter den Diebstahl entdeckt. Was ihm merkwürdig vorkam: An der Kellertür gab es keinerlei Einbruchspuren. War der Dieb also mit einem Schlüssel hineingekommen? Eine sofortige Überprüfung im Kreise der Nachbarn brachte das Unglaubliche ans Tageslicht: „Ich konnte mit meinem Schlüssel die Keller von fast allen Nachbarn aufschließen“, erinnerte sich der Kläger vor Gericht. "Das darf doch wohl nicht sein."

Sein Vermieter wehrte sich trotzdem bis zuletzt gegen eine Verurteilung. Seine Argumentation: „Das sind doch ganz normale Bartschlösser. Die kriegt man doch sowieso mit jedem krumm gebogenen Nagel auf. Deswegen sollte doch jedem klar sein, dass man in so einem Keller keine Wertgegenstände aufbewahrt.“ Das Gericht überzeugte der Mann damit allerdings nicht.

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