2500 Menschen bilden quer durch die Stadt eine Kette für den Frieden

rnEvangelischer Kirchentag

2500 Teilnehmer, 50 Initiativen, eine Botschaft: Für den Frieden nahmen sich am Samstag die Kirchentags-Gäste an die Hand. Die Menschenkette war drei Kilometer lang.

22.06.2019, 17:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine drei Kilometer lange Menschenkette zwischen dem Dortmunder Stadtgarten und der Westfalenhalle: Das war das ambitionierte Ziel der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF), die gemeinsam mit der Deutschen Friedensgesellschaft (DFG-VK) unter dem Motto „Vertraue dem Frieden und lebe ihn!“ für Samstag zu dieser Aktion während des Dortmunder Kirchentages aufgerufen hatte.

Jan Stehn von der AGDF sagt: „Ich habe bis zum Schluss gezittert, ob wir das hinbekommen. Als ich erfahren habe, dass wir es geschafft haben, habe ich mich richtig gefreut.“

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Gegen Aufrüstung, für den Frieden: Das sind die Fotos von der Menschenkette am Kirchentags-Samstag

Zu einer Menschenkette für den Frieden rief am Samstag die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden auf. 2500 Menschen folgten dem Aufruf und bildeten eine Kette vom Stadtgarten bis zu den Westfalenhallen.
22.06.2019
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2500 Teilnehmer, 50 verschiedene Initiativen schlossen sich der Menschenkette für den Frieden zwischen Stadtgarten und Westfalenhallen an. © Marie Ahlers
2500 Teilnehmer, 50 verschiedene Initiativen schlossen sich der Menschenkette für den Frieden zwischen Stadtgarten und Westfalenhallen an. © Marie Ahlers
2500 Teilnehmer, 50 verschiedene Initiativen schlossen sich der Menschenkette für den Frieden zwischen Stadtgarten und Westfalenhallen an. © Marie Ahlers
2500 Teilnehmer, 50 verschiedene Initiativen schlossen sich der Menschenkette für den Frieden zwischen Stadtgarten und Westfalenhallen an. © Marie Ahlers
2500 Teilnehmer, 50 verschiedene Initiativen schlossen sich der Menschenkette für den Frieden zwischen Stadtgarten und Westfalenhallen an. © Marie Ahlers
2500 Teilnehmer, 50 verschiedene Initiativen schlossen sich der Menschenkette für den Frieden zwischen Stadtgarten und Westfalenhallen an. Zuvor hielt Heinrich Bedford-Strom (rechts), bayerischer Landesbischof, eine Ansprache gegen Aufrüstung und Atomwaffen. © Marie Ahlers
2500 Teilnehmer, 50 verschiedene Initiativen schlossen sich der Menschenkette für den Frieden zwischen Stadtgarten und Westfalenhallen an. © Oliver Schaper
2500 Teilnehmer, 50 verschiedene Initiativen schlossen sich der Menschenkette für den Frieden zwischen Stadtgarten und Westfalenhallen an. © Oliver Schaper
2500 Teilnehmer, 50 verschiedene Initiativen schlossen sich der Menschenkette für den Frieden zwischen Stadtgarten und Westfalenhallen an. © Oliver Schaper
2500 Teilnehmer, 50 verschiedene Initiativen schlossen sich der Menschenkette für den Frieden zwischen Stadtgarten und Westfalenhallen an. Zuvor hielt Heinrich Bedford-Strom, bayerischer Landesbischof, eine Ansprache gegen Aufrüstung und Atomwaffen. © Oliver Schaper

An der Aktion haben sich mehr als 50 Gruppen beteiligt, über 2500 Teilnehmer standen am Ende Hand in Hand. Sie alle wollten ein Zeichen für Frieden, Abrüstung, für Gewaltfreiheit und zivile Konfliktlösungen setzen.

Bedford-Strom: Frieden und Gerechtigkeit stehen auf dem Spiel

Die Demonstration startete am Samstagnachmittag parallel vom Stadtgarten und den Westfalenhallen. An der Kreuzstraße trafen die Demonstranten sich schließlich und bildeten die Menschenkette.


Bevor sich die Demonstranten an den Westfalenhallen in Bewegung setzten, hielt Katharina Müller von der Deutschen Friedensgesellschaft eine Rede. Sie stimmte die Anwesenden auf die Friedenskette ein. Die Spannungen zwischen den Atommächten Pakistan und Indien sowie zwischen Russland und USA machten ihr große Sorgen. Am Ende appellierte sie an die Demonstranten: „Kämpft mit uns zusammen, für eine Welt ohne Atomwaffen.“

Gleichzeitig richtete am Stadtgarten Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, ähnliche Worte an die Demonstranten: „Für uns stehen Frieden und Gerechtigkeit auf dem Spiel.“ 16.000 Atomsprengköpfe gebe es weltweit, einige auch in Deutschland. „Ich fordere die Abrüstung und das gesetzliche Verbot von Atomwaffen“, sagte er.


Von beiden Punkten – Stadtgarten und Westfalenhallen – setzten sich die Menschen anschließend in Bewegung. Auf ihren Transparenten standen Losungen wie „Keine Rüstungsexporte in Kriegsgebiete“, „Kampfdrohnen ächten“ und „Kein Frieden ohne Gerechtigkeit“.

Weltweite Aufrüstung nicht aus den Augen verlieren

Zwei der Menschen, die sich für den Frieden ab den Westfalenhallen in die Aktion einreihten, waren Andrea und Hans Harer aus Northeim. Das Ehepaar ist der Meinung, dass das Thema Frieden durch das Thema Umwelt zurückgedrängt worden sei. „Ökologie ist wichtig, aber wir dürfen dabei die Aufrüstung nicht aus den Augen verlieren“, so das Ehepaar.

Am anderen Ende, am Stadtgarten, bildete die Organisation IPPNW, Nobelpreisträgerin von 1985, den Anfang der Kette. In der Organisation haben sich internationale Ärzte zusammengetan, um zu sagen: „Kommt es zur nuklearen Katastrophe, wir als Ärzte werden nicht genug für euch tun können.“

Die Stimmung war ausgelassen und friedlich, viele Menschen sangen: „Wir wollen Frieden in der Welt.“

Die drei Kilometer lange Menschenkette setzte sich aus verschiedenen Themenschwerpunkten zusammen: So machte beispielsweise das Netzwerk Friedenssteuer auf die massive Erhöhung des deutschen Verteidigungshaushaltes aufmerksam, die „Aktion Seebrücke“ beteiligte sich mit einem Rettungsboot, das auf die katastrophale humanitäre Situation der Flüchtlingsrettung im Mittelmeer hinwies.

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