Dominic Hartmann leitet das "all inclusive Fitness" - ein Dortmunder Fitnessstudio. © Peter Wulle
Coronavirus in Dortmund

2G in Dortmunder Fitnessstudios: „Das ist natürlich eine Katastrophe“

Für den Freizeitbereich soll in NRW demnächst flächendeckend die 2G-Regelung gelten. Zwei Fitnessstudio-Betreiber berichten, was die Verschärfung für sie bedeuten wird.

Dominic Hartmann leitet das „all inclusive Fitness“ im Westfalenforum in der Dortmunder City. Die Regelverschärfung von 3G zu 2G, durch die NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) „vor der Lage bleiben“ möchte, trifft auch sein Fitnessstudio, denn die Änderung soll in sämtlichen Freizeiteinrichtungen NRWs greifen.

70 bis 80 Prozent der Kunden sind geimpft

Man werde sehen müssen, so Hartmann, ob mit der Regelverschärfung auch wirtschaftliche Einbußen auf sein Fitnessstudio zukommen. Rund 70 bis 80 Prozent seiner Kunden seien momentan geimpft oder genesen. Folglich muss Hartmann 20 bis 30 Prozent seiner Kunden künftig abweisen.

Gleichbedeutend mit einem sofortigen Einbruch der Einnahmen von 20 bis 30 Prozent sei die Situation allerdings nicht. Denn alle Kunden zahlen ihren Beitrag in Form einer Mitgliedschaft und werden das auch weiterhin tun.

Eine mögliche und kundenfreundliche Lösung wäre für den Studioleiter „den Zeitraum, den die Kunden pandemiebedingt nicht nutzen können, hinten an die Mitgliedschaft dranzuhängen.“ So habe man auch zuvor in der Pandemie gehandelt.

Menschen, die nicht trainieren können „tun mir natürlich leid“

Wirtschaftlich, so glaubt Hartmann, sei sein Studio ohnehin bessergestellt als andere: „Wir sind im Mittelklasse bis Premiumsektor angesiedelt“, deswegen sei die Kundenklientel eine andere als bei vielen Discounter-Studios.

„Wir haben viele Selbstständige, Ärzte und auch viele Ältere“, weswegen Hartmann vermutet, dass die Impfquote bei seinen Kunden womöglich höher ist, als bei der Konkurrenz.

Neben den betriebswirtschaftlichen Faktoren sieht der Studioleiter aber auch eine „menschliche und sportliche Geschichte.“ Die Personen, die nun nicht mehr trainieren könnten, „tun mir natürlich leid, ich kenne die meisten auch persönlich und ihre Einzelschicksale.“

„Das ist natürlich eine Katastrophe“

Moritz Mühleck ist Geschäftsführer der Fit/One Studios, er sagt zu der Regelverschärfung: „Das ist natürlich eine Katastrophe, weil sich dadurch der Traffic reduziert.“

Ob der Rückgang an Kunden ebenfalls bei 20 bis 30 Prozent liegen wird, kann Mühleck noch nicht abschätzen, aber „20 Prozent sind ja auch schon mehr als genug.“ Eine Erstattung der bezahlten Mitgliedschaften lehnt Mühleck ab, „das haben die Gerichte auch schon bestätigt, wir können ja nichts für die Regeln.“

Sowohl Hartmann als auch Mühleck berichten, dass die Umstellung technisch nicht kompliziert wird. „Wir haben Impf- oder Genesungszertifikaten kontrolliert und Tests“, sagt Hartmann, nun würde letzteres einfach wegfallen.

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