Dieses Haus, in dem im vergangenen Jahr eine Person gestorben ist, musste abgerissen werden. © Kevin Kindel
Feuerwehr

3 Tote in 9 Tagen: Wie häufig sterben Menschen bei Bränden in Dortmund?

Dass Menschen bei Wohnungsbränden ums Leben kommen, ist relativ selten. In einem Dortmunder Fall wurde eine Mordkommission eingerichtet, Monate später wurde eine Frau festgenommen.

Dass ein Prominenter wie der frühere Musikstar Ted Herold bei einem Wohnungsbrand ums Leben kommt, ist natürlich eine absolute Ausnahme. Doch fast jedes Jahr passiert es, dass Menschen in Dortmund bei solchen Unglücken ihr Leben verlieren.

Fast 3000 Mal rückt die Feuerwehr Dortmund pro Jahr zu Brandeinsätzen aus. Diese reichen von Fehlalarm über leichteste Rauchentwicklung bis zu echten Großbränden. Obwohl es Ende November drei Todesfälle innerhalb von neun Tagen gab, sind solche tragischen Folgen im Vergleich zur Menge dieser Einsätze insgesamt sehr selten.

Im gesamten Jahr 2020 hat es laut Feuerwehr nur ein entsprechendes Todesopfer gegeben. Im August konnte eine 60 Jahre alte Frau nur noch tot aus dem Obergeschoss eines völlig abgebrannten Hauses in der Aplerbecker Mark geborgen werden.

„Es war relativ schnell klar, dass sich noch jemand im Haus befand. Wir konnten nur nicht rein“, sagte ein Feuerwehr-Sprecher damals: „Das Gebäude war einsturzgefährdet. Da geht die Sicherheit der Kollegen vor Ort vor.“ Das Feuer hatte sich in dem alten Fachwerkhaus mit viel Holz schnell ausgebreitet. Wenig später wurde das Haus abgerissen.

Zwei Menschen sind gerettet worden

Ursache des Brandes war ein technischer Defekt, wie die Polizei bekannt gab. Passanten und Nachbarn haben die Eltern der 60-Jährigen aus dem Anbau gerettet: Einen bettlägerigen Mann hatten sie herausgetragen, bevor die Feuerwehr eintraf.

Im Jahr davor, 2019, hatte die Feuerwehr drei Brandopfer in Dortmund verzeichnet. Zwei davon, ein 51-Jähriger und seine 84-jährige Mutter, starben im Januar, nachdem ein Brand in einem Keller in der Gartenstadt ausgebrochen war. Die Rettungskräfte vermuteten, dass das Feuer wohl stundenlang nicht entdeckt worden war.

Beim Eintreffen drang dichter Rauch aus den geschlossenen Fenstern – die ins Obergeschoss führende Holztreppe sei weggebrannt gewesen. Die beiden leblosen Personen fand man im Erdgeschoss. Eine Mordkommission ermittelte, weil eine Überwachungskamera eine Frau gefilmt hatte, die mit dem Auto eines der Bewohner davongefahren war, bevor die Feuerwehr eintraf.

„Die Beschuldigte wurde am 4. August 2021 verurteilt“, teilt Staatsanwalt Henner Kruse nun auf Anfrage mit. Allerdings: „Die Brandlegung konnte ihr nicht nachgewiesen werden. Ein technischer Defekt als Brandursache war nicht zweifelsfrei auszuschließen.“

Die Freiheitsstrafe von fünf Jahren kam stattdessen zustande wegen Diebstahls und Betruges. Es hatte bereits ein anderes Urteil zu der Frau gegeben – sie wurde in eine Entziehungsanstalt eingewiesen.

Keine Brandtoten im Jahr 2018

Das dritte Brandopfer des Jahres 2019 war im Februar in Aplerbeck zu beklagen. Die Flammen schlugen bei dem Brand aus mehreren Fenstern an verschiedenen Seiten des Gebäudes. Ein 53 Jahre alter Mann lag bewusstlos in der Wohnung – trotz der sofort eingeleiteten Wiederbelebung starb der Mann noch an der Einsatzstelle.

Doch es gibt auch längere Zeiträume ohne solche tragischen Todesfälle: „Im Jahr 2018 gab es nach langer Zeit keine Brandtoten im Dortmunder Stadtgebiet“, wie die Feuerwehr in ihrem Jahresbericht mitteilt.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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Kevin Kindel

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