30 Jahre Jugendtreff Sölde: Es fing an mit schlechtem Punk und fliegenden Bierflaschen

rnJugendtreff Sölde

Am Freitag (20.9.) wird im Sölder Jugendtreff groß gefeiert. 30 Jahre gibt’s den. Eine, die von Beginn an dabei ist, ist Elke Michalski. Und die kann was erzählen.

Sölde

, 18.09.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

30 Jahre Jugendtreff in Sölde, das ist schon ein richtiges Brett. Am Freitag (20.9.) wird das von 15 bis 19 Uhr gefeiert. Mit einem Graffiti-Projekt, Kinderschminken, einem Zauberer und einner Hüpfburg. Die Gäste werden hauptsächlich Kinder und Teens sein – und natürlich ehemalige Besucher des Treffs.

Und die können sich noch gut daran erinnern, dass es vor 30 Jahren noch ziemlich heftig abging bei der Jugendbetreuung. Da gehörte die Kippe nämlich noch zum guten Ton und ab und zu durfte es auch ein Bierchen sein.

„Es war aber auch ein ganz anderes Publikum damals“, erinnert sich Elke Michalski, die heute zusammen mit Thomas van Hal den Treff leitet. „Sind in den 80er Jahren die jüngsten Besucher so um die 14 Jahre alt gewesen, gilt das heute für die ältesten“, sagt Elke Michalski.

Und so fing alles an

1988 ging es bei Elke Michalski los in Sölde - im Anerkennungsjahr im Nachbarschaftshaus. „Den Jugendtreff gab es da so noch nicht“, sagt die 54-Jährige. Betrieben wurde das Nachbarschaftshaus im Maiglöckchenweg durch das Diakonische Werk.

Das war damals sozusagen das Problemviertel in Sölde, mit sozialschwachen Familien mit vielen Kindern. „Aber unheimlich nette Leute“, sagt Elke Michalski.

Eine Disco im Keller war der Renner

Die Jugendlichen gerade aus dem Maiglöckchenweg hatten Probleme, eine Ausbildung zu finden, „es musste etwas geschehen“, sagt Elke Michalski. 1989 dann eine Nachfrage beim Jugendamt der Stadt Dortmund - und siehe da. 1979 war im Jugendförderplan der Stadt festgehalten worden, dass Sölde einen Jugendtreff bekommen sollte.

Aber, wie heute auch gerne vorgeschoben, fehlte es an Mitteln oder vielleicht auch am Willen, diesen Beschluss auch umzusetzen.

Die Pfarrer der evangelischen und katholischen Gemeinde schalteten sich ein und zusammen mit dem Jugendamt wurde erst einmal eine Disco organisiert. Im Keller des Heinrich-Spaemann-Hauses.

„Das war ein Renner“, sagt Ekle Michalski, die von da an fest zum Team des Jugendtreffs zählte – oder besser gesagt zusammen mit „einem halben“ Zivi das Team war.

Legendäre Rosenmontagsfeier mit Bierchen

“Es war teilweise schon ziemlich heftig“, sagt Elke Michalski, denn Ende der 80er Jahre war es reine Jugendarbeit. Die Besucher kamen aus allen Himmelsrichtungen mit ihren Mofas und Mopeds, „was an den Nerven der Anwohner zehrte.“

Besonders in Erinnerung blieb ein Punkkonzert. „Da flogen auch Bierflaschen durch die Luft und die Band rülpste zwei Stunden laut in das Mikro“, sagt Elke Michalski und muss lachen. „Das war richtig schlecht.“

Geraucht wurde natürlich auch, immer und überall. Auch bei den legendären Rosenmontagsfeiern bei denen langhaarige, headbangende Gäste vor monströsen Boxen standen.

Mit dem Rauchen, der lauten Mucke und auch mit dem Bierchen im Jugendtreff war irgendwann Schluss. Die Besucher wurden jünger und man stellt um auf Arbeit mit Kindern.

Feier am Freitag

Zeiten und mehr Informationen

  • Die Feier zu 30 Jahren Jugendtreff findet am Freitag (20.9.) von 15 bis 19 Uhr am Jugendtreff, Sölder Straße 84a, statt.
  • Träger des Jugendtreffs sind die Evangelische Kirchengemeinde Dortmund, die Katholische Kirchengemeinde Sankt Ewald, das Diakonische Werk und in beratender Funktion das Jugendamt der Stadt Dortmund.

Seit den 90er Jahren ist das so. Und was hat sich an der Arbeit geändert? Man müsse immer am Ball bleiben, sagt Elke Michalski. Und irgendwie komme immer alles wieder. „Es ist heute wieder so wie vor 20 Jahren. Die Kinder heute suchen wieder eine Bindung und Verlässlichkeit“, sagt Elke Michalski.

Die ist halt nie so richtig weggekommen in Sölde. „Wir werden hier toll unterstützt und können uns immer wieder neu erfinden“, sagt Elke Michalski. „Wie Madonna, nur besser.“

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