30 Prozent Rabatt: Sozialkaufhaus wird in Corona-Zeiten drei Jahre alt

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Das Sozialkaufhaus für Jedermann in Derne hat harte Zeiten hinter sich: erst die Umsatzeinbußen wegen des Umbaus der Altenderner Straße, jetzt Corona. Ein bisschen gefeiert wird trotzdem.

Derne

, 29.04.2020, 13:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit Ach und Krach und der Hilfe der Bundesregierung in Höhe von 15.000 Euro habe sie die Corona-Krise überstanden, sagt Barbara Skindziel, Geschäftsführerin des Sozialunternehmens Help2007 Dortmund mit seinem „Sozialkaufhaus für Jedermann“ an der Altenderner Straße 53.

Im vorigen Jahr war es der Umbau der Altenderner Straße, der der Geschäftsfrau zu schaffen gemacht hat, jetzt ist es das Coronavirus. Eine Krise jagt die nächste. Gewinn mache sie momentan keinen, sie müsse sich eben im privaten Bereich einschränken.

Stammkunden halten Sozialkaufhaus die Treue

Seit der vorigen Woche (20.4.) hat das Sozialkaufhaus wieder geöffnet, und die Stammkunden kommen langsam wieder. Skindziel: „Ich bin dankbar, dass die uns die Treue halten“ – auch wenn es wegen der Enge des Geschäftsraums oft stressig sei, die Abstandsregeln einzuhalten. Aber, so Skindziel: „Wenn wir jetzt alle konsequent die Regeln und die Maskenpflicht befolgen, dann blicken wir auch weiterhin in eine positive Zukunft.“

So sieht das Sozialkaufhaus für Jedermann an der Altenderner Straße 53 von außen aus.

So sieht das Sozialkaufhaus für Jedermann an der Altenderner Straße 53 von außen aus. © Andreas Schröter

Besagte Enge liegt auch daran, dass das Ladenlokal nach der zwischenzeitlichen Corona-Schließung gerammelt voll ist – denn die Haushaltsauflösungen, die das Unternehmen anbietet und durch die es zumindest teilweise seine Ware bezieht, liefen während der Schließung weiter.

Trödel, Kleidung, Bücher, Haushaltswaren und Möbel

Immerhin: Am 2. Mai besteht die Einrichtung bereits seit drei Jahren. Das feiern Barbara Skindziel, ihre Mitarbeiter und Kunden coronabedingt zwar nicht mit Kaffee und Kuchen, dafür mit einem Rabatt von 30 Prozent. Zum Angebot gehören Trödel, Kleidung, HiFi, Bücher, Haushaltswaren und gut erhaltene Möbel. Barbara Skindziel: „Jeder kann bei uns einkaufen und so nicht nur viel Geld sparen, sondern auch der Wegwerfkultur entgegenwirken.“

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Ein Anliegen von Help2007 sei es, Langzeitarbeitslosen, Menschen mit Handicap, geflüchteten Menschen und anderen einen sozialversicherungspflichtigen Job zu geben. Die Mitarbeiter würden vor Ort geschult, sodass sie auf die neuen Aufgaben gut vorbereitet seien.

„Das Team ist bereits von vier auf dreizehn Angestellte gewachsen, davon 40 Prozent mit Handicap. Leider wurde unser Antrag auf Gründung einer Inklusionsabteilung abgelehnt und wir mussten unsere Webseite noch mal neu anpassen lassen,“ berichtet Barbara Skindziel. Ab Mai soll die Homepage fertig sein.

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Barbara Skindziel überlegt übrigens, langfristig umzuziehen und sich damit gleichzeitig zu vergrößern. Das Ladenlokal an der Altenderner Straße sei im Winter doch sehr kalt. Möglich sei auch, den Standort beizubehalten und zusätzlich ein zweites Ladenlokal anzumieten.

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