300 Menschen demonstrieren für Flüchtlinge

Mahnwache am Phoenix-Haus

200 Bürger haben mit einer spontanen Mahnwache Flüchtlinge in Hörde willkommen geheißen. Anlass war eine Versammlung von Neonazis, die ihren Ausländerhass auf die Straße tragen wollten. Vor dem "Phoenix-Haus" an der Alten Benninghofer Straße formierte sich der Protest gegen braunes Gedankengut.

HÖRDE

, 23.03.2015, 11:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sie wollen Flüchtlinge in Hörde und Dortmund willkommen heißen - und gegen rechtsextremistisches Gedankengut demonstrieren. Rund 200 Teilnehmer hielten eine Mahnwache vor dem Phoenix-Haus ab.

Sie wollen Flüchtlinge in Hörde und Dortmund willkommen heißen - und gegen rechtsextremistisches Gedankengut demonstrieren. Rund 200 Teilnehmer hielten eine Mahnwache vor dem Phoenix-Haus ab.

"Flüchtlinge sind in Hörde willkommen" - Nazis sind es nicht, lautete der Tenor der Mahnwache vor dem Phoenix-Haus. Dort, vor der Flüchtlingsunterkunft, riefen die Menschen den Flüchtlingen ihre Solidarität entgegen.

"Es ist unsere Pflicht, Flüchtlinge willkommen zu heißen. Im Vergleich zu Nachbarländern haben wir eine erschreckend niedrige Aufnahmequote", sagte etwa Klaus Kiesheyer, der zu der Veranstaltung gekommen war, zu der die Hörder SPD aufgerufen hatte.

Gisela Rego will sich demnächst ehrenamtlich für Flüchtlinge engagieren. Sie sagte: "Ich möchte verhindern, dass Neonazis die Wichtigkeit erlangen, die sie sich einbilden."

Neonazis ziehen durch Dortmund

Die Rechtsextremisten ziehen zurzeit durch Dortmunder Stadtteile mit Flüchtlingsunterkünften. So auch am Montagabend in Hörde. Dortmunder Rechtsextremisten aus der Neonazi-Partei "Die Rechte" hatten in den vergangenen Wochen immer wieder Stimmung gegen Asylbewerber gemacht. Mit Hass-Propaganda und einem Fackelmarsch vor einer Unterkunft in Eving stellten sie immer wieder die Ideologie der Nationalsozialistischen deutschen Arbeiterpartei zur Schau.

"Wir wollen ein Zeichen für Weltoffenheit, Toleranz und kulturelle Vielfalt schaffen", begründet der SPD-Stadtbezirksvorsitzende und Bezirksvertreter Sebastian Kopietz die Demonstration gegen die von Neonazis verbreitete nationalsozialistische Ideologie.

Mitte Dezember 2014 hatte die Stadt Dortmund den Aufbau einer Flüchtlingsunterkunft in der ehemaligen Polizeiwache angekündigt. Aktuell laufen dort die Bauarbeiten. Im Juni sollen die ersten Flüchtlinge in die große Wohngemeinschaft einziehen. Die Diakonie der evangelischen Kirche betreibt die Unterkunft.

Aufruf an Kirchen, Vereine, Verbände und Parteien

"Ziel der Nazi-Provokationen sind vor allem die Pläne, Asylbewerber im Phoenix-Haus unterzubringen", berichtete Sebastien Kopietz am Montagvormittag.

Auch die evangelische Gemeinde in Hörde nahm an der Mahnwache gegen die Rechtsextremisten teil. Zahlreiche Empfänger erhielten eine E-Mail. Pfarrer Martin Pense: "Die Flüchtlinge ziehen erst im Juni ein, aber schon jetzt protestieren Neonazis dagegen. Wir zeigen, dass Flüchtlinge in Hörde willkommen sind und dass Mitbürger aus vielen verschiedenen Ländern hier seit Jahrzehnten gut und gerne nebeneinander leben. Störfeuer werden wir hier nicht akzeptieren."

Im März 2014 wurde der Verein "Hörde international" gegründet. Der Verein unterstützt die Diakonie beim Betrieb der Unterkunft und ist die Brücke zu den Bürgern. Etwa 100 Bürger wollen sich ehrenamtlich für die Flüchtlinge in Hörde engagieren.

Evangelische Kirche nutzt ihr Netzwerk

Diakonie-Pfarrer Niels Back und Friedrich Stiller vom Referat für gesellschaftliche Verantwortung der evangelischen Kirche nutzten die Netzwerke, um möglichst viele Menschen zur Mahnwache zu mobilisieren. Auch die "Christen gegen Rechtsextremismus" und der Dortmunder Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus waren informiert worden.

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