3500 Menschen gehen gegen die EU-Urheberrechtsreform und Artikel 13 auf die Straße

rnDemo gegen Upload-Filter

Etwa 3500 Menschen haben am frühen Samstagnachmittag in der Dortmunder Innenstadt demonstriert. Sie gingen gegen die EU-Urheberrechtsreform und den Artikel 13 (Upload-Filter) auf die Straße.

Dortmund

, 23.03.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es wirkt, als sei das Internet plötzlich aus der virtuellen Welt auf die Straße getreten. Sie tragen Pikachu-Mützen oder Guy-Fawkes-Maske, manche sehen aus, als seien sie einem Rollenspiel entsprungen. Wieder andere tragen Anzug und Krawatte. Das Internet ist bunt und vielfältig. Es gibt dort verschiedene Strömungen, und ihre Vertreter haben sich am diesen Samstagnachmittag in der Dortmunder City versammelt, um es zu verteidigen: ihr Neuland.

Es mutet schon etwas merkwürdig an, wenn Jusos und Junge Liberale gemeinsam die Fahnen schwenken, wenn Vertreter der Piratenpartei neben vermeintlichen Yuppies stehen. Ihnen allen gemein ist, dass sie die EU-Urheberrechtsreform ablehnen und gegen den heftig umstrittenen Artikel 13, der fordert, dass Internetplattformen Urheberrechtsverletzungen ihrer Nutzer präventiv unterbinden.

Bundesweiter Protest

Große Portale wie Wikipedia waren deshalb vor zwei Tagen offline. Am Samstag dann der Protest: Bundesweit gingen die Menschen auf die Straße, in Dortmund ist es wohl die größte Veranstaltung dieser Art des Ruhrgebiet.

Viele junge Menschen sind es, die sich an diesem Samstagnachmittag am Reinoldi-Pylon zu einer Kundgebung versammelt haben. Sie sind gut organisiert: Sie skandieren unisono einstudierte Sprechchöre, es gibt ungezählte Plakate, der Protestzug ist laut. Das schindet Eindruck, wenn der Tross dann zur besten Einkaufszeit über den Westenhellweg zieht.

„Du zitierst mich? Danke, für das Kompliment“

„Nicht weniger steht auf dem Spiel als die Meinungsfreiheit, die Freiheit der Kunst“, ruft ein Redner von der improvisierten Bühne - der Ladefläche eines kleinen Lasters. Auf einem Plakat ist zu lesen: „Du zitierst mich? Danke fürs Kompliment.“

In unterschiedlichen Abstufungen wollen alle, dass Texte, Videos und Bilder im Internet frei verfügbar sind - für alle teilbar, ohne, dass dafür Strafen drohen. Auf der anderen Seite stehen die Urheber solcher Dokumente und Medien. Ihre Arbeit, argumentieren sie, ist dann nicht mehr zu verkaufen. Davon zu leben: unmöglich. Doch diese Stimmen hört man in der Dortmunder City nicht.

Stattdessen: „Stoppt die Zensur“. Und immer wieder der Hinweis, bei der nächsten Europwahl, genau zu prüfen, bei welcher Partei das Kreuz gemacht werden soll. Dabei seien sich die Politiker sogar der beim Protesan der Reinoldikirche vertretenen Parteien uneins über diese sensible wie umstrittene Frage, wie ein Redner bemerkte.

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