3D-Druck und Drohnen: Einzigartiges Techniklabor für alle Schüler in Dortmund

rnHeinrich-Heine-Gymnasium

Das Heinrich-Heine-Gymnasium hat sich immer mehr zu einer Technik- und IT-Schmiede entwickelt. Vom Know-how sollen jetzt alle Dortmunder Schüler profitieren.

Nette

, 04.11.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anastasiia stapelt vorsichtig Plastikmatten auf einen Mattenwagen. Es ist ein Modell – wie auch Pferd, Barren oder Trampolin: Sportgeräte für die Halle, nur in klein – maßstäblich und detailliert. Während die Fünftklässlerin stolz die 3D-Drucke präsentiert, packen Schüler aus der 7 ihre Koffer für das Weltfinale der Roboter-Olympiade. Informatik und Technik gewinnen am Heinrich-Heine-Gymnasium (HHG) zunehmend an Bedeutung. Am Dienstag (5.11.) startet die Schule in eine neue Ära.

Den ganzen Tag über ist das Gymnasium Ausrichter des „Tags der Talente“. Am frühen Nachmittag eröffnet Oberbürgermeister Ullrich Sierau das TecLab Nordwest am HHG. Dieses TecLab nimmt – verteilt im ganzen Schulgebäude – mehrere Räume ein. Das Know-how in Sachen Informatik und Technik kommt nicht nur den rund 800 Gymnasiasten zugute. „Die Idee ist, uns für andere Schulen zu öffnen“, sagt Hagen Sarx.

Schulen buchen Workshops im TecLab

Sarx unterrichtet Informatik am Heinrich-Heine-Gymnasium und ist Leiter der Roboter AG. Seine Kollegen Lukas Borgmann und Dennis Menzel sollen das TecLab Nordwest „als Dachmarke etablieren“, sagt Sarx.

Jetzt lesen

Wie die Öffnung aussieht, erklärt Borgmann: „Andere Schulen können bei uns Workshops buchen.“ Beim Tag der Talente nimmt etwa die Jeanette-Wolff-Schule das Angebot wahr. Die Mengeder Hauptschule hat einen Workshop Fahrzeugbau gebucht. Kooperationspartner des HHG in diesem Bereich ist das Technikzentrum Minden-Lübbecke.

Angebote schon für Grundschulen

Christina Gänsler leitet den Workshop. Kisten voller Metallbauteile hat sie im Gepäck. Sie erinnern an Spielzeug-Metallbaukästen. Die Teile sind aber größer und robuster. „Ziel ist es, dass Schüler mit dem Material eigene Fahrzeuge bauen“, erklärt sie. „Kreativität ist gefragt. Dabei müssen die vorgegebenen Maße erfüllt werden, und die Fahrzeuge müssen fahrtüchtig sein.“

3D-Druck und Drohnen: Einzigartiges Techniklabor für alle Schüler in Dortmund

Thomas Meyer-Hubbert und Sophie Grützbach gehen in die 9. Klasse. Im 8. Schuljahr haben sie Technik - und damit Fahrzeugbau - als Schwerpunkt-Fach gewählt. © Uwe von Schirp

Analoge Technik. „Hier wird richtig gearbeitet mit Schrauben“, sagt Lukas Borgmann. „Technik ist ein alternatives Angebot. Mit dem TecLab sprechen wir alle Schulformen an“, betont Hagen Sarx. Dazu zählen auch die Grundschulen. Im HHG ist Technik Wahlschwerpunkt der Klasse 8.

Schüler programmieren Drohnen-Formationsflüge

Im Bereich Robotik und Drohnen kooperiert das Heinrich-Heine-Gymnasium mit dem Unternehmen Brickobotik – ein Start-up, gegründet von Absolventen der Fachhochschule Dortmund. Dabei geht es um mehr als das Programmieren von Robotern aus Legosteinen.

Die Referenten von Brickobotik bringen auch Drohnen mit. Sie haben die Größe einer Zigarettenschachtel, werden aber nicht ferngesteuert, sondern programmiert. „Damit können zukunftsweisende Transportformen, wie die Paketzustellung simuliert werden“, erklärt Hagen Sarx. „Die Schüler lernen aber etwa auch, einen Formationsflug zu programmieren.“

3D-Druck und Drohnen: Einzigartiges Techniklabor für alle Schüler in Dortmund

Greta Hördemann, Henry Lassahn und Timon Freitag (von l.) gehen in die 5. Klasse. Sie lernen bereits, wie man Roboter baut und programmiert. © Uwe von Schirp

Auch die Roboter-Programmierung startet am HHG in eine neue Dimension. Im Frühjahr 2020 soll das HHG Standort der Initiative „Open Roberta Coding“ werden. Der Vertrag ist bereits geschlossen. Eine Kooperation, die auch die weitere technische Ausstattung sichert.

3D-Druck finden Fünftklässler cool

Weitere Säule des TecLab ist die Simulation von künftigen Verkehrskonzepten auf der Ankibahn. Basis ist eine Autorennbahn. Im Ankibahn-Labor fahren die Schüler aber keine Rennen gegeneinander, sondern simulieren per Computer Verkehrssituationen.

3D-Druck und Drohnen: Einzigartiges Techniklabor für alle Schüler in Dortmund

Maßstabsgerecht und detailgetreu ist das Modell des Mattenwagens, den Anastasiia am Computer programmiert hat. © Uwe von Schirp

Die vierte Säule ist der 3D-Druck. Letzteres finden schon Fünftklässler cool. „Man kann seiner Fantasie freien Lauf lassen“, erzählt Anastasiia begeistert. „Wir erstellen das am Computer und der Drucker druckt das dann in 3D“, erklärt Fabian. Die Ergebnisse sind beeindruckend. Schließlich gehören zum TecLab auch die Bereiche Licht- und Tontechnik sowie die Video-Produktion – seit Jahren etablierte Arbeitsgemeinschaften am Netter Gymnasium gibt.

Finanzpartner des TecLab Nordwest ist der Verein Talentstadt Dortmund. „Für interessante Projekte akquirieren wir Fördergelder“, sagt Dr. Detlef von Elsenau, der Vorsitzende.

Programm „Tag der Talente“Besuchertouren für Eltern starten um 16 Uhr

  • Der Dortmunder „Tag der Talente“ findet am Dienstag (5.11.) von 9 bis 18 Uhr im Heinrich-Heine-Gymnasium, Dörwerstraße 34 statt.
  • Vormittags finden Workshops und Wettbewerbe zu den Bereichen des TecLabs Nordwest statt.
  • Um 14 Uhr eröffnet Oberbürgermeister Ullrich Sierau das TecLab und ehrt die Sieger des Vormittags. Anschließend gibt es Besuchertouren für Gäste der Eröffnung.
  • Um 16 Uhr starten Besuchertouren für interessierte Eltern.
Schlagworte:
Lesen Sie jetzt