An der Stadtbahn-Haltestelle Kampstraße waren die ersten Kontrollen der 3G-Regel zu beobachten. © Felix Guth
Dortmunder Nahverkehr

3G-Kontrollen in Bus und Bahn: Bis zu zehn Prozent durften nicht weiterfahren

In Dortmunds Bussen und Bahnen gilt seit Mittwoch eine 3G-Pflicht. Der erste Tag hat Chancen und Probleme der neuen Regel angedeutet. Die ersten durften bereits nicht weiterfahren.

Schülergruppen, Berufstätige, Verschlafene, Wache, Senioren und Eltern mit Kleinkindern: Es ist ein scheinbar gewöhnlicher November-Morgen mit gewöhnlichem Publikum auf der Strecke der Stadtbahn-Linie U 43 auf der Hellweg-Schiene. Aber es gibt einen Unterschied zu den vorherigen Tagen.

Denn offiziell muss hier jeder ein G nachweisen, also vollständig geimpft, genesen oder getestet sein. Die Regelung ist neu und war im Vorfeld von Nahverkehrsunternehmen wie DSW 21 bereits als schwer zu kontrollieren kritisiert worden. Aber sie gilt – und das mindestens bis Mitte März.

Das ist natürlich Thema bei den Fahrgästen am Mittwochmorgen. Immer wieder sind Gespräche darüber zu hören, was denn jetzt wann, wie und wo eigentlich vorzuzeigen wäre.

Das neue 3G-System personifiziert sich an der Haltestelle Kampstraße. Dort sind am Morgen die ersten Kontrollen zu beobachten. Ein Team DSW 21-Mitarbeiter in signalfarbenen Westen geht auf dem Bahnsteig umher.

Die Männer lassen sich von den Wartenden die Nachweise auf Smartphones zeigen, auch gedruckte Zertifikate werden akzeptiert.

Bis zu 10 Prozent der Kontrollierten haben keinen Nachweis

DSW21-Sprecher Frank Fligge erhält am Nachmittag die ersten Rückmeldungen von den Kontroll-Teams. Demnach seien unter 100 Kontrollierten 5 bis 10 Personen gewesen, die keinen Nachweis hätten erbringen können.

Wer erwischt wird, muss die Bahn und auch das Gebäude der Haltestelle verlassen.

„Insgesamt gab es aber viel Einsicht und nur Einzelne, die gemeckert haben“, sagt Frank Fligge. Der „Informationsgrad“ sei hoch. Viele Berufstätige, die nicht geimpft oder genesen sind, benötigen seit dem Mittwoch (24.11.) ohnehin einen Test-Nachweis auf der Arbeitsstelle.

Das Personal meldet von den Schienen in Dortmund die ersten kreativen Ausreden im Stile von „Ich bin gerade auf dem Weg zur Impfung“. Renitent oder aggressiv wurde bis zum späten Nachmittag noch niemand, es sei aber sehr wahrscheinlich, dass es in Zukunft auch zu heftigeren Disputen über die 3G-Pflicht kommen werde, so der Stadtwerke-Sprecher.

Überprüfung vor allem an zentralen Haltestellen in der Innenstadt

Am ersten Tag sind die Kontrolleure nur den zentralen Stationen wie Kampstraße, Reinoldikirche oder Stadtgarten zu sehen. Dies soll laut DSW21-Sprecher Frank Fligge auf das Stadtgebiet ausgeweitet werden.

Die grundsätzliche Kritik des Dortmunder Nahverkehrsbetreibers bleibt bestehen. „Es ist in der Fläche nicht kontrollierbar“, sagt Frank Fligge. Dennoch wolle man jetzt das Bewusstsein schaffen, dass eine Kontrolle immer und überall möglich sei, um Leute davor abzuschrecken, die Regel zu umgehen.

Auf die Fahrgastzahlen haben die neuen Bestimmungen laut Fligge bisher keinen Einfluss.

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth

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