40-köpfige Gruppe greift Mann wegen Zigaretten an

Dortmunder Hauptbahnhof

Er hatte nur nach Feuer gefragt, doch plötzlich eskalierte die Situation: Ein 20-jähriger Dortmunder ist am Sonntagabend im Dortmunder Hauptbahnhof von einer 40-köpfigen Gruppe attackiert worden. Der jüngste Angreifer war erst 15 Jahre alt. Die Polizei nahm zwölf Menschen vorläufig fest - dann griff das Opfer die Beamten an.

DORTMUND

, 16.11.2015, 11:45 Uhr / Lesedauer: 1 min

"Kann ich mal Feuer haben?" Mit diesen Worten soll sich nach Zeugenangaben das spätere Opfer gegen 17.50 Uhr am Sonntag der Gruppe im Hauptbahnhof genähert haben. Rund 40 Menschen, darunter auch viele Jugendliche, standen in der Empfangshalle zusammen. Doch die Frage des 20-jährigen Dortmunders nach Feuer wurde "aggressiv" abgelehnt, heißt es in einer Pressemitteilung der Bundespolizei.

Döner fast ins Gesicht gedrückt

Stattdessen fragte daraufhin ein Mann aus der Gruppe nach Zigaretten. Der Dortmunder sagte Nein - nach eigenen Angaben hatte er nur diese eine Zigarette. Plötzlich versuchte einer aus der Gruppe, dem 20-Jährigen seinen angebissenen Döner ins Gesicht zu drücken. Er wich aus. Dann griffen ihn mehrere Jugendliche an und schlugen auf ihn ein, die 40-köpfige Gruppe umstellte das Opfer.

Mit den Worten: "Die schlagen da einen kaputt!" riefen Zeugen die Bundespolizei herbei. Entschlossen gingen die Polizisten dazwischen, um den Dortmunder vor weiteren Schlägen zu schützen. Zwölf Jugendliche und Männer zwischen 15 und 20 Jahren wurden vorläufig festgenommen, der Rest konnte flüchten - darunter auch das eigentliche Opfer. Ihn fanden die Polizisten kurze Zeit später im Bahnhof.

Opfer schlägt auf Polizisten ein

Der 20-jährige Dortmunder hatte eine Risswunde an der Lippe und Prellungen am Oberkörper. Doch statt den Beamten zu helfen, weigerte er sich, seine Personalien zu nennen oder eine Aussage zu machen. Er wurde immer aggressiver, bis er mit den Fäusten auf die Polizisten einschlug. Die konnte die Angriffe zwar abwehren. Ein Beamter wurde dabei aber an der Hand verletzt.

Dank Zeugenaussagen konnten von den zwölf Festgenommenen drei als Schläger identifiziert werden. Gegen die 40-köpfige Gruppe ermittelt die Polizei nun wegen Landfriedensbruch und gefährlicher Körperverletzung. Und auch das eigentliche Opfer erwartet ein Ermittlungsverfahren wegen Widerstands und Körperverletzung - seine Vita sei bislang überwiegend von Gewaltstraftaten geprägt, heißt es von der Bundespolizei.

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