Mit einem Geständnis hat vor dem Dortmunder Landgericht der Prozess gegen eine mutmaßliche Heroin-Schmugglerin begonnen. © Werner von Braunschweig
35-Jährige erwischt

42 Drogen-Fahrten nach Dortmund – „Kann wirklich schlecht nein sagen“

42 Fahrten nach Dortmund, immer mit Heroin. Insgesamt 1,3 Kilogramm soll eine 35-Jährige in die Stadt gebracht haben. Jetzt ist sie erwischt worden und sagt: Sie könne so schlecht nein sagen.

Ein Stück weit sei sie Opfer ihrer eigenen Gutmütigkeit geworden. Das erklärte eine 35-jährige Angeklagte zum Beginn des Prozesses vor dem Dortmunder Landgericht. Die Anklageschrift gegen die mutmaßliche Heroin-Schmugglerin umfasst Drogendeals in der Größenordnung von rund 1,3 Kilogramm.

Laut Staatsanwaltschaft soll die Frau mit einem Bekannten vor sieben Jahren in 41 Fällen telefonisch Heroin bestellt und das Rauschgift anschließend von einem Mittelsmann (auch „Statthalter“ genannt) eines Großdealers im Umfeld der Martener Straße in Dortmund in Empfang genommen haben. In einem Fall soll die 35-Jährige rund 40 Gramm Heroin mit ihrem Pkw über die niederländisch-deutsche Grenze eingeschmuggelt haben.

Ein Gramm Heroin als Lohn

Die Angeklagte, seinerzeit selbst schwer drogenabhängig und in einem Substitionsprogramm, will angeblich durchweg auf Bitten eines flüchtigen Bekannten gehandelt haben. Sie legte direkt ein Geständnis ab und sagte: Als „Lohn“ für die Pkw-Fahrten von Marl nach Dortmund habe die 35-Jährige allenfalls ab und zu mal ein Gramm von dem Heroin erhalten – mehr nicht.

„Nur, weil ich wirklich schlecht nein sagen kann, habe ich damals gesagt: Okay, das mache ich mit.“ An den (Weiter-)Verkäufen will die 35-Jährige nicht beteiligt gewesen sein. Der Prozess wird fortgesetzt.