4,20 Meter ist die kritische Höhe der neuen Unterführung: Fertigstellung für 2019 geplant

rnBahnunterführung Sölde

Ein Schelm, der Böses dabei denkt: Da wird über ein Lkw-Verbot auf der B1 nachgedacht, und in Sölde soll eine Bahn-Unterführung aufgeweitet werden, damit genau diese Fahrzeuge durchpassen.

Sölde

, 19.06.2019, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist ein Thema, das schon seit vielen Jahre polarisiert, ist der Neubau der Bahn-Unterführung in Sölde an der Sölder Straße. Eigentlich ist alles in trockenen Tüchern. Die Stadt Dortmund und die Deutsche Bahn AG werden die neue Unterführung bauen. So, wie sie geplant ist. Zweispuriger Ausbau und mit einer Durchfahrtshöhe von 4,20 Meter. Das machte ein Pressesprecher der Deutschen Bahn auf Anfrage dieser Redaktion noch einmal deutlich.

„Der große Umbau, also die Aufweitung auf zwei Spuren und eine Höhe von 4,20 Meter, wurde plangenehmigt und wird umgesetzt. Bei dieser Maßnahme handelt es sich um eine Kreuzungsmaßnahme gemäß Eisenbahnkreuzungsgesetz (EKRG), in der die Stadt einen Aufweitungs-Wunsch geäußert hat; laut Kreuzungsvertrag wird die Maßnahme von der Stadt zu etwa zwei Dritteln mitfinanziert“, so ein Bahnsprecher.

Die Federführung liegt jetzt bei der Deutschen Bahn

Ein Hinweis darauf, dass der Stein des Umbaus schon ins Rollen gebracht wurde, gibt auch die Aussage von Stadtpressesprecher Christian Schön. „Die Federführung für dieses Projekt liegt jetzt bei der Deutschen Bahn.“ Aber wann soll es losgehen, wann wird die alte Unterführung mit einer Durchfahrtshöhe von lediglich 3 Meter durch die neue ersetzt?

4,20 Meter ist die kritische Höhe der neuen Unterführung: Fertigstellung für 2019 geplant

Bei den aktuellen drei Metern Durchfahrtshöhe, müssen größere Lkw passen. © Jörg Bauerfeld

Sicher ist, dass dies noch in diesem Jahr passieren wird. Nachdem ein Beginn der Arbeiten schon für 2018 geplant war, soll es nun losgehen. Wann genau, das konnte ein Bahnsprecher noch nicht abschließend sagen. Geplant sei aber, das neue Bauwerk Ende November 2019 in Betrieb zu nehmen. Eben mit der geplanten Durchfahrtshöhe von 4,20 Meter.

Anwohner befürchten mehr Lkw

Die wird nun, aber dafür sorgen, dass selbst größere Lkw die Unterführung passieren können - was bisher mit einer Durchfahrtshöhe von lediglich 3 Metern nicht möglich war. Die Anwohner befürchten nun, dass sich das Straßendorf in eine Lkw-Abkürzungsroute entwickelt. Zwar hat bei einer Einwohnerversammlung die kommunale Politik schon versprochen, die Tonnage der Fahrzeuge per Schilder zu begrenzen, aber das reicht den Anwohnern nicht.

Sie fordern weiterhin, dass die Durchfahrtshöhe so gewählt wird, dass eben die Lkw nicht hindurchpassen. „Noch ist ja nicht gebaut“, sagt Lothar Thielmann. Der wohnt nur einen Steinwurf entfernt von der Unterführung und setzt sich seit Jahren, zusammen mit vielen weiteren Sölder Bürgern, für eine geänderte Planung ein. „Wir haben ja nichts gegen einen zweispurigen Ausbau. Nur die Höhe muss geändert werden“, sagt Thielmann. Dass er mit seinem Ansinnen nicht alleine steht, zeigten die über 500 Unterschriften die Anfang 2018 Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel überreicht wurden.

Immer wieder Schreiben an den Stadtrat

Überhaupt kein Verständnis hat Thielmann für die Pläne von Stadtrat Ludger Wilde. Der wolle den Lkw-Verkehr auf der B1 reduzieren, dulde dann aber, dass die „Dortmunder Randbereiche“ von Lkw in Zukunft ungehindert befahren werden könnten. „Gar nicht zu den Planungen passt doch auch, dass an der Sölder Straße, kaum 100 Meter hinter der Unterführung eine neue Kindertagesstätte gebaut wird. Das widerspricht sich doch alles“, sagt Thielmann.

Mehrmals hat Lothar Thielmann Stadtrat Ludger Wilde schon persönlich angeschrieben. Im April, Mai und Juni 2019 gingen Briefe raus. Antworten gab es keine. Aber aufgeben gilt nicht. Zumindest nicht bei Lothar Thielmann. Der will weiter für eine Durchfahrtshöhe für den Unterführungsneubau kämpfen, der es Lkw unmöglich macht diesen zu durchfahren. „So lange noch nichts gebaut ist, kann man Pläne ändern. Wir wollen in Sölde nicht im Lkw-Verkehr ersticken“, sagt Thielmann.

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