Im Internet kursieren einige merkwürdige Rezensionen für bekannte Orte in Dortmund. © Hans Blossey
Rezensionen

5 Sterne für die Einzelzelle: Dortmunds kurioseste Online-Bewertungen

Kostenloser Shuttle-Service, leckerer Tee und schöne Einzelzimmer: Haben Sie dabei auch sofort ans Polizeipräsidium gedacht? Ein Blick auf die kuriosesten Rezensionen für Dortmunder Orte.

„Also ich kann die ganzen negativen Erfahrungen zu diesem Hostel nicht verstehen.“ So beginnt die Bewertung, die ein Nutzer im Februar bei Google veröffentlicht hat: „Mein letzter Aufenthalt ist schon ein paar Tage her, aber unvergesslich.“ Gemeint ist das Dortmunder Polizeipräsidium, wo er offenbar mal eine Nacht verbracht hat.

Angenehm klimatisierter Shuttlebus der Polizei

Die restliche Schilderung in voller Länge: „Nach ein paar Bier und Randale wurden meine Begleitung und ich vom Shuttlebus abgeholt. Dieser war angenehm klimatisiert und verfügte über ausreichend Beinfreiheit. Angekommen an der Rezeption wurden uns direkt zwei schöne Einzelzimmer zugeteilt, sogar beim Umziehen wurde uns vom Zimmerservice geholfen.

Es gab leckeres Graubrot mit Marmelade und soviel Hagebutten-Tee wie man wollte. Der Weckservice hat mich auch pünktlich um 6 Uhr geweckt. Mir wurden meine Wertsachen ausgehändigt und ich habe mich verabschiedet. Bestimmt nicht das letzte mal das ich bei euch war (Herzchen-Emoji).“

Nicht ganz so begeistert war ein anderer Nutzer von seinem Aufenthalt am Hauptbahnhof Dortmund. Obwohl es dort deutlich weniger Bahnsteige gibt, sind die Gleise bis Nummer 31 lückenhaft nummeriert. Zum Beispiel liegen Gleis 8 und 10 am selben Bahnsteig. Der Rezensent schreibt dazu:

„Ich habe jedes Gleis 9 an jedem Bahnhof in Deutschland besucht. Dortmund sollte mein letztes werden, doch ich konnte es einfach nicht finden. Ich habe nur Gleis 8 und 10 gefunden. Dann habe ich es wie bei Harry Potter probiert und bin voll gegen die Wand gelaufen, leider gab es hier auch kein Gleis 9. Danke, jetzt wurde ich in die Psychiatrie eingeliefert, weil die dachten, ich wäre bescheuert. Die schlechte Beschilderung ist nicht zu ertragen.“

„Mehr Besoffene als normale Menschen“

Aus derselben Kategorie stammt der Kommentar, der einen wichtigen Tipp für Stadion-Besucher beim BVB beinhaltet: „Leider kann man nicht mit den Spielern in die Kabine gehen. Dann wird man sofort festgenommen.“

Nicht ganz so viel Spaß im Stadion hatte auch jemand, wer nur Fragezeichen im Benutzernamen stehen hat: „Von wegen Hammer-Stimmung. Mehr Besoffene als normale Menschen.“ Die allergrößte Mehrheit der Stadion-Besucher sieht das aber anders. Mehr als 28.000 Bewertungen geben im Schnitt 4,7 von 5 Sternen.

Grundsätzlich erstaunt schon, wofür die Menschen bei solchen Bewertungen Punkte abziehen. „Alles super: 4 von 5 Sternen“ – das muss nicht jeder verstehen. Kurios war auch der Grund, warum der Besuch im 70 Meter hohen U-Turm für eine Besucherin nicht ganz so toll war:

„Nichts für Leute mit Höhenangst. Wer sich nicht mit sieben Stockwerken frei stehenden Rolltreppen oder gläsernem Aufzug konfrontieren will, bleibt besser zu Hause. Leider konnte man so mit meiner Begleitung den Großteil nicht nutzen. Da Höhenangst nicht selten ist, wundert es mich, dass hier an keine alternative Route in die Etagen gedacht wurde.“

Mehr Flaschenpfand im Westfalenpark

Eine echte Geschäftsidee bietet hingegen ein Besucher des Westfalenparks: „Ich werde meine Pfandflaschen jetzt nur noch hier in der Gastronomie an der Turmterrasse abgeben, denn nur hier bekomme ich für meine 25-Cent-Flaschen ganze 50 Cent. Das lohnt sich! Andersherum sollte man natürlich hier keine Pfandflaschen kaufen und sie dann woanders wieder recyclen. Das gibt 25 Cent minus.“

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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Kevin Kindel