500 Dortmunder verlieren Job als Prospektverteiler

Kaufland bestätigt

Keine guten Nachrichten für Dortmund: Mehr als 500 Menschen verlieren ihren Job, weil der TIP Werbeverlag aus Heilbronn die Eigenverteilung der Kundenzeitung von Kaufland "TIP der Woche" zum 31. Oktober 2014 einstellt. Kaufland bestätigte, dass bundesweit 55.000 Mitarbeiter betroffen sind.

DORTMUND

, 24.09.2014, 20:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
500 Dortmunder verlieren Job als Prospektverteiler

Für Kaufland hat der TIP Werbeverlag bisher den "TIP der Woche" verteilt.

Nach Auskunft der Gewerkschaft Verdi wurden am Mittwochmorgen um 10 Uhr bundesweit auf zeitgleichen Veranstaltungen 55.000 Mitarbeiter des Unternehmens darüber informiert, dass sie ihren Arbeitsplatz verlieren.

In Dortmund sollen nach Auskunft von Rolf Ellerkamp vom Verdi-Bezirk Dortmund 50 Beschäftigte im Verwaltungsbereich sowie etwa 500 Zusteller betroffen sein. Im gesamten Vertriebsgebiet, das von Dortmund aus betreut wird, seien sogar 15 000 Zusteller betroffen.

Auch die Mitarbeiter in Dortmund waren am Mittwoch zu einer Betriebsversammlung eingeladen. Ihm sei der Zugang dazu verwehrt worden, so Ellerkamp. Erst nach dem deutlichen Hinweis, dass das gewerkschaftliche Zutrittsrecht in einen Betrieb mit Verdi-Mitgliedern polizeilich durchzusetzen sei, habe ihm die Geschäftsführung den Zugang zum Betrieb ermöglichlicht. „Es gibt bei der 100-prozentigen Tochter von Kaufland kein Abfindungsangebot für den Verlust des Arbeitsplatzes. Für die Beschäftigten gibt es keinen Interessenausgleich und keinen Sozialplan, da es beim TIP Werbeverlag keinen Betriebsrat gibt“, erklärt Ellerkamp.

Verdi werde jedoch mit den Mitgliedern und den Beschäftigten „diese Vernichtung von Arbeitsplätzen nicht stillschweigend hinnehmen“, so Ellerkamp weiter. Der Verdi-Sekretär geht davon aus, dass viele der betroffenen Zusteller auf 450-Euro-Basis arbeiten.

Der TIP-Werbeverlag verwies wegen einer Stellungnahme an die Unternehmensmutter Kaufland. Die dortige Pressestelle bestätigte, dass es bei dem Verlag zu Umstrukturierungen kommen wird. Zu konkreten Zahlen und Formen wolle man sich erst am Donnerstag äußern. Zunächst sollten alle Betroffenen informiert werden, erklärte eine Sprecherin.

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