500 Studenten demonstrierten

Bildungsstreik

DORTMUND Rund 500 Studenten hatten sich um 16 Uhr an der Katharinentreppe gegenüber des Hauptbahnhofes versammelt. Zum bundesweiten Aktionstag zeigten sie dem aktuellen Bildungssystem die rote Karte.

von Von Susanne Riese

, 17.11.2009, 17:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Demo an der Katharinentreppe. Rund 500 Studenten gingen auf die Straße.

Demo an der Katharinentreppe. Rund 500 Studenten gingen auf die Straße.

"Wer dreimal durch die Klausur fällt, muss raus. Aber an der FH kann er dann noch Fahrzeugtechnik studieren", weiß der 22-Jährige. Und überhaupt findet er es nicht richtig, dass Bildung nur die bekommen, deren Eltern das bezahlen können. "Seminare in denen 30 Leute sitzen sollten, sitzen 100", ärgert sich Jessica Cordes. Die 19-Jährige studiert im ersten Semester Soziale Arbeit an der FH Dortmund und ist schon frustiert wie auch ihre Kommilitonen Daniel Demant (22) und Sabrina Remse (19).  "Die Kopierer funktionieren manchmal tagelang nicht, da fragt man sich schon, wofür man die Studiengebühren bezahlt," so Demant. „Wir wollen mit einem actionreichen Programm zeigen, dass wir keinen Winterschlaf machen“, so das Bündnis Bildungsstreik Dortmund. So gab es Live-Musik, die Menschen jenseits der 30 wohl eher schwer erträglich finden dürften. 

Miguel Zulaica, Vorsitzender des AStA distanzierte sich von der geplanten Kundgebung an der Katharinentreppe: „Wir wollen eher einen kommunikativen Weg suchen“, so Zulacia. Hinter den Aktionen stehen folgende Forderungen:

  • Selbstbestimmtes Lernen und individuelle Förderung statt starrer Zeitrahmen, Leistungs- und Konkurrenzdruck.
  • Freier Bildungszugang und Abschaffung von sämtlichen Bildungsgebühren für Studium, Ausbildung und Kita.
  • Öffentliche Finanzierung des Bildungssystems ohne Einflussnahme der Wirtschaft.
  • Demokratisierung und Stärkung der Mit- und Selbstverwaltung in allen Bildungseinrichtungen.
  • Kürzungen im Sozial- und Bildungsbereich verhindern.
  • Privatschule dicht machen.
  • Aufklärungsarbeit in Dortmunder Bildungseinrichtungen über Rechtsextremismus.
  • Ausschreitungen wie beim letzten Streiktag im Juni, als einige Teilnehmer im Rathaus randalierten, verurteilen die Veranstalter. „Das war alles nicht geplant“, erklärt Michael Jakubowsky. Man könne eben nicht alle einzelnen Grüppchen unter Kontrolle.

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