Hauptstraße wird lange gesperrt: Politiker und Bürger toben vor Wut

rnBaustellen-Ärger

Bezirksbürgermeister Schädel und Bürger im Süden schäumen vor Wut. Wurden sie dreist belogen? Statt „weniger Wochen“ wird eine wichtige Verkehrsachse nun lange gesperrt.

Sölde

, 26.09.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hauptstraße wird lange gesperrt: Politiker und Bürger toben vor Wut

Fritz Goersmeyer (Grüne, zweiter Bezirksbürgermeister) und Jürgen Schädel (SPD, Bezirksbürgermeister) an der Stelle, wo es eine sechsmonatige Sperrung geben soll. © Jörg Bauerfeld

Nein, es war kein Aprilscherz! Passte auch irgendwie nicht zum Datum. Ein Schreiben der Straßen- und Tiefbauverwaltung sorgt in Sölde, Sölderholz und Lichtendorf für einen regelrechten Aufschrei. Denn hier steht es schwarz auf weiß. Aufgrund der Erneuerung der Bahn-Unterführung an der Vellinghauser-/ Sölder Straße wird die wichtige Nord-Süd Verbindung für sage und schreibe 6 Monate voll gesperrt. Wenn es gut läuft, können zeitweise Fußgänger die Baustelle passieren.

Ab dem 4. Oktober ist die Straße gesperrt

Los geht es mit der Sperrung und dann vermutlich mit den Arbeiten am Freitag (4.10.). Das Ende der Bauarbeiten wird mit dem 30. April 2020 angegeben. Damit ist alles, was zuvor über die Baustelle und deren Zeitschiene gesagt wurde, vom Tisch gewischt. Noch im Juli 2019 hat eine Bahnsprecherin auf eine Anfrage zur Zeitschiene des Neubaus der Unterführung folgendes geantwortet: „Ende August 2019 wird die Baustelle eingerichtet, sodass die Bauarbeiten dann gebündelt im November starten können. Die Inbetriebnahme erfolgt dann voraussichtlich Ende November 2019 im direkten Anschluss.“

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Vor knapp zwei Monaten war man bei der Deutschen Bahn also noch der Ansicht, dass der Neubau der Unterführung im allerschlimmsten Fall 3 Monate in Anspruch nehmen würde. Von einer Vollsperrung war damals keine Rede. Ebenfalls im Juli 2019 gab es von der Deutschen Bahn folgende Information: „Eine Vollsperrung für die gesamte Bauzeit ist nicht geplant, jedoch wird es zu einigen Gleissperrungen aus Sicherheitsgründen kommen. Die Inbetriebnahme wird jedoch aller Voraussicht Ende November erfolgen.“

Jetzt ist also plötzlich alles anders. Aber warum? „Man hat uns keine Begründung genannt“, sagt Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel (SPD). „Hier sieht man mal wieder, welchen Respekt eine Bezirksvertretung bei der Stadt Dortmund genießt. Man wird einfach vor vollendete Tatsachen gestellt.“

Weitreichende Folgen für die Bewohner dreier Ortsteile

Und diese vollendeten Tatsachen können weitreichende Folgen für die Bewohner von Sölde, Sölderholz und Lichtendorf haben. Denn allein auf der Umleitungsstrecke, die aufgrund der Tunnelsperrung vorgesehen ist, ist das Chaos vorprogrammiert. Die geht nämlich, aus Richtung Norden kommend, so die Verwaltung, über die Schlagbaumstraße, Kortentalstraße (die eigentlich Kortenstraße heißt) und Schwerter Straße. Auch die Busse müssen diesen Weg nehmen. Und dann könnte es manchmal eng werden. Auch ist beispielsweise die Schwerter Straße in Teilen gar nicht für so ein Verkehrsaufkommen ausgelegt.

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„Ich bin stinkesauer“, sagt Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel. „Wir hatten extra eine Bürgerversammlung, in der auch die Ämter vertreten waren. Da wurde der Öffentlichkeit erzählt, dass, wenn es eine Sperrung gibt, es sich nur um wenige Tage handeln würde.“ Drei Jahre ist das her.

Keine Kommunikation, keinen Respekt

So könne man nicht mit der Bevölkerung und auch nicht mit der Politik umgehen. „Wie kommt die Verwaltung auf diese Idee und warum funktioniert die Kommunikation wieder einmal nicht?“, fragt sich Schädel. Selbst wenn hier noch irgendwelche Leitungen verlegt werden müssten, so ein Zeitraum könne einfach nicht sein. Dabei muss man wissen, dass es sich um eine Baumaßnahme handelt, die sich auf einer wirklich überschaubaren Fläche abspielt.

Und das Problem wird größer, wenn man weiß, dass rund um Sölde, Sölderholz und Lichtendorf gefühlt einhundert Baustellen sind. Nicht nur auf Dortmunder Gebiet, sondern auch in Holzwickede und in Schwerte.

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