60 junge Sänger aus den USA machten mit einem Konzert Station in Heilig Geist

rnChorkonzert in Wellinghofen

Ausverkauft war am Sonntag die Heilig-Geist-Kirche in Wellinghofen. Der Grund war ein internationales Chorkonzert, bei dem Sänger aus den USA Unterstützung aus Dortmund bekamen.

Hörde

, 25.03.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aus dem Mittleren Westen der USA angereist, gaben etwa 60 junge Chorsänger auf ihrer Deutschland- und Österreich-Tournee ein Konzert. Mit von der Partie waren der Jugendkonzertchor der Chorakademie. Die 13 bis 19 Jahre alten Jugendlichen hatten sich bereits vor zwei Jahren in Minneapolis kennengelernt. Dort an der Eastview Highschool ist der Concert Choire der Gäste beheimatet. Auch Publikum war aus Amerika mit angereist, und bei dem großen Interesse konnte die Heilig-Geist-Kirche Wellinghofen nicht allen Besuchern einen Sitzplatz bieten.

Mit südafrikanischen Friedensliedern eröffneten die in nicht enden wollender Reihe einziehenden Gäste den Abend. Exotische Rhythmik schien während dieses ersten Konzertteils immer wieder auf, kontrastierte mit dem kontemplativen „Ave verum“ Mozarts, dem elegischen Stimmengeflecht im „Sicut cervus“ Palestrinas. Vielfältig waren die Arrangements amerikanischer Komponisten. Der Bezug zu Afrika reduzierte sich in „Keep your lamps!“ auf die Begleitung durch Djembe und Rassel bei Gesang durchaus angelsächsischer Tradition.

Indische Mantras und Klangmalereien

Mit kleinen Choreographien unterstützten die jungen Leute ihre Darbietung. Gospelhafte Traurigkeit entfaltete sich, und wunderbare Solostimmen bereicherten den Chorgesang. Greg und Kari Douma, die Leiter der Formation, boten mit „Gamaya“ auch schwebende Gesänge, durch indische Mantras beeinflusste Minimal Music sowie mit „Nyon, Nyon“ temporeiche, komplexe Klangmalereien, groteske Impressionen.

Die Dortmunder Chorakademisten schlossen mit Palestrina an, dem Kyrie aus dessen bekanntester Messe. Der ausgewogene Anteil der Männer- und Frauenstimmen brachte bei gestaffelten Einsätzen den kraftvollen Part der Herren zielsicher zur Geltung. Für das weitere Programm hatte Leiter Felix Heitmann sakrale Stücke schwedischer und norwegischer Komponisten ausgewählt: engelsgleich klar „I himmelen“, berührend voller Fernweh „Till Österland“.

Auch Experimentelles war zu hören

Zu Griegs Musik bot der Chor einen lateinischen Gruß. Experimentelles war zu erleben beim „Sanctus“ mit abgesetzter Phrasierung und viel Nachklang, Gregorianik prägte ein zeitgenössisches „Ubi caritas“, verleitete zu Bravo-Rufen. Gelöst und rein erklang ein schwedischer Sommerpsalm, clusterartig mit sich reibenden, lang schwebenden Tönen woben die im Altarraum verteilten Choristen bei „Immortal Bach“ einen transzendenten Klangteppich.

Gemeinsam ließen beide Chöre Rheinbergers ruhig fließendes „Abendlied“ erklingen. Ein Hauch von Prairie wehte mit „The road home“ über die Appalachen; sehnsüchtige Agonie wandelte sich in Hoffnung. Eine großartige Gesamtleistung!

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