60.000 Bienen sterben in Dortmund-Nette bei Brandanschlag auf eine Hütte im Kleingarten

rnBrandstiftung

Imker Thomas Mayer (55) aus Dortmund-Nette ist empört. So etwas hat es noch nicht gegeben – einen Brandanschlag auf Honigbienen. Mit dem Netter Bienenhaus hatte der Dortmunder große Pläne.

Nette

, 26.11.2018, 14:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Imker Thomas Mayer ist Stadtbahnfahrer und macht auch Nachtschichten. Wenn für die meisten Menschen der Tag beginnt, macht er dann Feierabend. Als er am Montagmorgen vergangener Woche nach Hause kam, wollte er eigentlich ins Bett gehen. Ihn erwartet aber eine Nachricht, die ihn schwer traf.

Unbekannte Täter hatten sein Bienenhäuschen auf dem Gelände des Gartenvereins Wachteloh in Dortmund-Nette angezündet. Das trockene Holz und das Wachs der Bienen brannte schnell und heiß, übrig blieb nur ein Haufen aus Asche und Metallresten. Im Häuschen starben zehn Bienenvölker, zusammen etwa 60.000 Tiere. Die Insekten befanden sich bereits in der Winterruhe.

Imker stellt Strafanzeige

Sofort stellte Mayer einen Strafantrag, denn es geht nicht nur um tote Bienen, sondern auch um Sachwerte. Für jedes Bienenvolk rechnet Mayer einen Wert von 300 Euro. Hinzu kommen 2500 Euro für das zerstörte Imkerzubehör. Die Polizei bestätigte den Eingang des Antrages.

„Das muss ein unheimlich dummer Mensch gewesen sein“, meint Thomas Mayer (55). Er geht nicht davon aus, dass jemand auf die Idee kommen könnte, bewusst Bienen zu töten. Er glaubt, der Täter hätte nur eine ziemlich blöde Idee gehabt, deren Umsetzung dann außer Kontrolle geriet. Als Indiz für diese Einschätzung nimmt er den Umstand, dass das Schloss an der Tür unbeschädigt war.

Hütte muss schnell in Flammen gestanden haben

Niemand hatte versucht einzubrechen und etwas zu stehlen. Die Täter, oder der Täter, müssen mit großer Mühe etwas Brennendes durch eine Lücke zwischen den Brettern gesteckt haben. Nach dem Dürre-Sommer war das Holz trocken, Mayer geht davon aus, dass die Hütte schnell im Flammen gestanden hat.

60.000 Bienen sterben in Dortmund-Nette bei Brandanschlag auf eine Hütte im Kleingarten

Nicht ist übrig geblieben. Die Bienen-Völker und das Häuschen wurden komplett zerstört. © Holger Bergmann

Die Nachricht von dieser Tat hat mittlerweile die Runde gemacht unter den Dortmunder Imkern. „Beim Kreisverein sind alle sehr betroffen“, sagt Mayer. Gerade in Zeiten des Insektensterbens hatten die Bienenfreunde auf mehr Sensibilität gehofft.

Thomas Mayer plante Schulungen für Kinder

Die Hütte stand in einem Vogelschutzstreifen, den der Gartenverein zwischen seinem Grundstück und einem angrenzenden Feld angelegt hat. Thomas Mayer hatte das Bienenhaus 2009 übernommen. Der Imker hat insgesamt 19 Völker. Neun Völker stehen an zwei weiteren Standorten.

Der Obmann für Bienengesundheit im Kreisimkerverein Unna-Hamm hatte noch große Pläne mit der Hütte. In einem Terrassen-Anbau sollte es Schulungen für Imker und kleine Besucher aus Kindergärten und Grundschulen geben. Ähnliche Angebote hat bereits in Lünen-Brambauer auf einer Obstwiese aufgebaut.

Bienen sorgten für gute Ernte in Gärten und auf dem Feld

Aber dieser Traum ist noch nicht gestorben. Viel hängt vom Urteil der Versicherung ab. Wenn die zahlt, will Thomas Mayer zusammen mit seinem Gartenverein – er hat eine eigene Parzelle – über einen Neubau nachdenken. Denn die Bienen sind wichtig für den Verein. Sie bestäuben die Pflanzen und sorgen so für eine gute Ernte. Auch der benachbarte Landwirt profitiert davon.

In diesem Jahr hatten es die Bienen schwer. Wenig Regen, wenig Nektar. Die Völker verbrauchten viel Honig für sich selbst, die Ernte für den Imker fiel entsprechend mager aus. „Aber der Geschmack ist klasse“, schwärmt er.

Neue Zucht aus verbliebenen neun Bienenvölkern

Wenn es gelingt, das Bienenhaus wieder aufzubauen, kann Thomas Mayer neue Völker aus seinen verbliebenen ziehen. Bienenköniginnen verlassen ihr Volk im Mai und nehmen einen Teil der Bienen mit. In dem Bienenstock schlüpft dann eine neue Königin. Doch soweit ist es noch nicht, im Moment herrscht noch der Frust.

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