90 Jahre und krisenerprobt – Firmenjubiläum in Corona-Zeiten

rnVerzinkerei Dortmund

Wer rastet, der rostet. Das gilt auch für eine Firma, die sich dem Korrosionsschutz widmet. Die Verzinkerei Dortmund hat bisher alle Krisen überlebt und feiert ihr 90-jähriges Bestehen.

Dortmund

, 02.04.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist nicht die beste Zeit, ein Jubiläum zu feiern. Das Fest wird deshalb bei der Verzinkerei Dortmund auf später verschoben, aber der Anlass bleibt: 90 Jahre ist die Verzinkerei Dortmund Kaufmann GmbH & Co. KG bereits im Geschäft und damit krisenerprobt.

Es waren Martin Kaufmann und Hermann Meier, die die heutige Verzinkerei an der Hannöverschen Straße in Körne am 31. März 1930 erworben haben. Nach Arno Kaufmann als erstem Betriebsleiter und späteren Inhaber übernahm 1967 sein Sohn Jürgen Kaufmann die Geschäftsführung und führte die Verzinkerei als festen Bestandteil der Montanindustrie im Ruhrgebiet sehr erfolgreich durch vier Jahrzehnte.

Rund ums Thema Korrosionsschutz

Über viele Jahre war die Verzinkerei primär auf die Stahlveredelung für den Bergbau fokussiert, hat sich aber im Laufe der Zeit stets mit dem Markt und ihren Kunden weiterentwickelt. Heute versteht sich die Verzinkerei Dortmund als Dienstleister rund um das Thema Korrosionsschutz.

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„Tradition, Fachwissen und Erfahrung in Kombination mit innovativen Ideen und Verfahrensentwicklungen ermöglichen es dem Unternehmen, seinen Kunden eine sachgerechte Bearbeitung ihres Materials auf höchstem Niveau zu liefern“, sagt Marc Peter Kaufmann, der 2007 in vierter Generation die Geschäftsführung übernahm und seit 20 Jahren im Unternehmen ist.

Das Kundenportfolio der Verzinkerei Dortmund erstreckt sich von Großunternehmen aus unterschiedlichsten Branchen über viele mittelständische Unternehmen bis zu Schlosser- und Privatkunden.

Kunden nahezu weltweit

Die in Dortmund verzinkten Bauteile sind nahezu weltweit zu finden: Rohre für Nickelminen in Sibirien, Schienensysteme in Australien, Ankersysteme für den Offshore-Bereich, Tunnelrohre für Großbaustellen in ganz Europa, Brunnenrohre für die Entwicklungshilfe, Ampel- und Schildermaste, Schlosserware und vieles mehr.

Trotzdem ist das Unternehmen bislang von der Corona-Krise weitgehend verschont geblieben. „Wir haben noch keine direkten Auswirkungen“, sagt Marc Peter Kaufmann am Mittwoch (1. April).

Doch das sei nur eine Frage von ein bis zwei Wochen. Kaufmann: „Wir produzieren zwar fröhlich weiter, können das Material aber nicht nach England und Frankreich ausliefern.“ Weil die Kunden das Material nicht weitergeben und abrechnen könnten, könnten sie es auch nicht bezahlen.

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Das sei unglücklich für ein Jubiläumsjahr, sagt Kaufmann, doch das Feiern werde nachgeholt. 25 Mitarbeiter zählt die Verzinkerei Dortmund, viele sind schon lange dabei, teilweise mehr als 30 Jahre. Seit Beginn ein klassischer Familienbetrieb, der bis jetzt gut durch alle Krisen gekommen sei, so der Firmenchef. „Das ist die Kunst: Krisen zu meistern, Lücken zu suchen und zu nutzen.“

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