98 Schalke-Fanclubs unterstützen Derby-Boykott

Ultras Gelsenkirchen

Fast 100 Schalke-Fanclubs unterstützen inzwischen den Boykott-Aufruf der Schalker Ultras für das Revierderby am 8. November in Dortmund. Damit wollen die Fans gegen das Sicherheitskonzept für das Bundesligaspiel protestieren.

DORTMUND

, 13.10.2015, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
98 Schalke-Fanclubs unterstützen Derby-Boykott

Schalker Ultras kehren dem Derby in Dortmund den Rücken zu. Wegen verschärfter Sicherheitsauflagen boykottieren sie das Spiel in der 1. Bundesliga am 8. November 2015.

Die Ultras Gelsenkirchen wollen das Derby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 am 8. November boykottieren. Wie die Schalke-Fans vor einigen Tagen auf ihrer Website erklärten, planen sie, aufgrund diverser Auflagen nicht zum Spiel nach Dortmund zu reisen.

Die Ultras kritisieren unter anderem vorgeschriebene Anreiserouten für Gäste-Fans und eine vorgesehene Reduzierung des Kartenkontingents. Inzwischen haben 98 Schalke-Fanclubs den Boykott-Aufruf unterzeichnet. Auf der Websites des Vereins' type='' href='http://www.schalke04.de/de/fans/tausend-freunde/fanclubs/page/269--269--.html sind insgesamt knapp 400 Fanclubs aufgeführt. 

So reagierten die Beteiligten

"Wir nehmen diese Entscheidung zur Kenntnis und beziehen diese in weitere Gespräche mit dem FC Schalke 04, der Polizei und der Deutschen Fußball-Liga ein", lautete der Sprachgebrauch beim Derby-Gastgeber Borussia Dortmund nach dem Bekanntwerden des geplanten Boykotts. Die Polizei begründete die "erhöhten Sicherheitsanforderungen" mit dem Auftreten einer gewaltbereiten Minderheit beim Derby am 28. Februar 2015. Fans hatten sich beim Derby in der Bundesliga-Rückrunde zwar weitestgehend friedlich verhalten, so dass zunächst eine allseits positive Bilanz gezogen wurde.

Doch ein Fanmarsch der Schalker Ultras vom S-Bahnhof in Barop zum Stadion sei "rechtswidrig" gewesen. Die Schalker hatten sich damals nicht an die vereinbarten Anreisewege gehalten. Diese Wege wurden zuvor auch mit dem FC Schalke 04 abgesprochen. Nach dem Fanmarsch hätten die Ultras eine Kontrollstelle an den Westfalenhallen überrannt.

"Massive Behinderungen"

Polizisten und Ordner konnten die Gruppe erst an den Toren zur Nordtribüne stoppen. Andere Stadionbesucher seien "erheblich" behindert worden. Darüber hinaus berichtet die Polizei von Schalker Gewalttätern, die U-Bahnen des Dortmunder Verkehrsunternehmens DSW21 beschädigt hatten. Das habe zu "massiven Behinderungen des gesamten Dortmunder Nahverkehrs" geführt. 

Darüber hinaus argumentiert die Polizei mit Zahlen: Beim Derby im Jahr 2014 zählte sie 35 Straftaten, darunter 9 Gewalttaten. Nach der Partie am 28.2.2015 ermittelte die Polizei in 119 Fällen - darunter waren 51 Gewalttaten. Das verschärfte Sicherheitskonzept trägt die Handschrift der Dortmunder Polizei. Sie habe sich "intensiv" für diese Punkte eingesetzt:

  • Nur 4000 Eintrittskarten für Schalke-Fans
  • Organisierte Anreise für Schalke-Fans mit Bussen direkt zum Stadion
  • Vouchersystem und personalisierter Kartenverkauf
  • Ausschluss von Problemgruppen durch den Gastverein

Laut Polizei Dortmund stehen diese Forderungen im Einklang mit Forderungen des NRW-Innenministeriums und der Innenministerkonferenz. Diese Forderungen habe sie in Gesprächen mit dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund jedoch nur "zum Teil" durchsetzen können.

Schalke 04 kann den geplanten Boykott seiner Fans im Auswärtsspiel am 8. November bei Borussia Dortmund verstehen. "Der FC Schalke 04 bedauert diese Entscheidung, hat aber Verständnis für die Gründe", erklärte der Fußball-Bundesligist.

mit dpa-Material

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