Acht Tipps für den perfekten Herbstgarten

Gartenarchitektin gibt Tipps

Jetzt, zum Ende des Sommers und im nahenden Herbst, geben viele Blumen noch einmal alles. Sie blühen in voller Pracht. Besonders im September und Oktober wird es in vielen Gärten wunderbar farbenfroh. Mit Pflanzen beschäftigt sich die 52-Jährige jeden Tag. Das ist ihr Beruf. Sie ist Diplom-Ingenieurin für Landespflege, sie gestaltet Privat-Gärten. Sie ist Mitglied bei den Rosen- und bei den Staudenfreunden und hält regelmäßig Fachvorträge. Mit dem Herbst breche eine sehr schöne und wichtige Zeit im Garten an. Deshalb hat die Dortmunderin einige Tipps.

DORTMUND

von Jana Klüh

, 25.08.2017 / Lesedauer: 4 min
Acht Tipps für den perfekten Herbstgarten

Wunderschön blüht’s zurzeit im Staudenbeet im Rombergpark. Ruth Müller hat es sich für unser Foto bei schönstem Sonnenschein zwischen dem gelben Sonnenhut gemütlich gemacht. Das Beet besteht seit 2001 und wird von der Gesellschaft der Staudenfreunde mitgeplant und -betreut. Foto: Stephan Schütze © Stephan Schuetze

1. Pflanzzeit

„Jetzt kommt eine wichtige Zeit, wo sich die Optik des Gartens für das nächste Jahr entscheidet, wo man darauf Einfluss nehmen kann“, sagt Ruth Müller. Ab September bis zum ersten Bodenfrost sei die perfekte Zeit, um so ziemlich alles zu pflanzen. „Die Pflanzen haben dann Zeit, Wurzeln zu schlagen und können sich im Frühjahr darauf konzentrieren, nach oben zu wachsen“, erklärt Müller. Werden sie im Frühjahr gepflanzt, müssen sie Wurzeln schlagen und wachsen. Ruth Müller empfiehlt: Stauden im September pflanzen, Gehölze und Rosen dann, wenn kaum noch Laub an den Bäumen ist.

2. Blumenzwiebeln

Auch für Blumenzwiebeln breche die perfekte Zeit an. „Wenn man geschickt pflanzt, kann man eine Blüte von Januar bis Juni erreichen“, sagt Müller. Blumenzwiebeln seien optimal für Beete, „denn sie brauchen wenig Platz, erzeugen aber sehr viel Blüte.“ Und: „Sie kosten nicht viel und sind pflegeleicht.“

3. Frostschutz

Problematisch werde es für die meisten Pflanzen nur bei sehr strengen Wintern mit extremem Frost, sagt Ruth Müller. Wenn es so kommt, dann können Gärtner aber vorsorgen: Mulchen ist ein guter Schutz für den Boden. Empfindliche Pflanzen sollten mit Vlies eingepackt werden. Das sei die bessere Alternative zu Plastik, weil dieses nicht atmungsaktiv ist.

4. Blüten und Gräser

Die Blütenfülle im Herbst ist sehr wichtig für Tiere und Insekten. Sie könnten sich durch die Früchte und Pollen einen Wintervorrat aufbauen.

Zum Herbst gehören für Ruth Müller auch Gräser. Sie sehen dann besonders schön aus. „Und sie verleihen den Beeten eine Leichtigkeit und vor allem Struktur“, sagt sie. Gepflanzt werden diese allerdings besser im Frühjahr.

5. Aufräumen

„Beete werden im Herbst nicht aufgeräumt“, sagt Ruth Müller. Es sei nicht nötig den Garten auf den Winter vorzubereiten. „Es ist nur der eigene Ordnungssinn, der uns dazu veranlasst“, sagt sie.

Blumen seien nicht nur Futterquelle für Vögel, sondern auch Schutz für Insekten im Winter. Auch Laub sollte man nicht aus Beeten entfernen. „Die Blätter isolieren den Boden und sind gleichzeitig Nährstofflieferant für Organismen“, sagt Müller. Durch eine Laubdecke wachse auch weniger Unkraut. „So tut man Gutes für die Tiere und den Boden und hat weniger Arbeit.“ Bis zum Frühjahr sei die Laubschicht dann ohnehin zusammengesackt.

Was man aber machen sollte: Alles, was im Winter noch grün ist (Rosen, Stauden, Efeu) sollte von Laub befreit werden. Zurückschneiden brauche man nur das, was gekippt oder matschig ist. Pflanzen zurückschneiden sollte man im Frühjahr. Spätestens Ende Februar, oder etwas eher, wenn man Schneeglöckchen oder Krokusse hat und diese anfangen, zu wachsen.

6. Gehölzschnitt

Gleiches gilt für den Gehölzschnitt: Viele würden jetzt damit beginnen. „Der ist aber noch nicht dran“, sagt Müller. „Wenn ich früh schneide, dann stellen sich die Endknospen den ganzen Winter darauf ein, im Frühjahr schnell zu wachsen.“ Besser sei es, den Gehölzschnitt im März zu machen, damit die Knospen langsam und kontinuierlich wachsen. Im Herbst nur Totes und Krankes herausschneiden.

7. Rasen

Anders verhält es sich mit dem Rasen: „Der sollte gemäht werden, solange er wächst“, sagt Ruth Müller. Je nach Wetter dauere das bis in den November.

8. Balkon

Wintergrüne Stauden und Blumenzwiebeln sind auch für den Balkonkasten geeignet. Wichtig für alle Pflanzen im Topf sei: „Man muss auf die Feuchtigkeit achten, auch wenn es regnet“, sagt Ruth Müller. Nicht immer bekämen die Pflanzen genug ab. Selbst im Winter, an frostfreien Tagen, brauchen die Pflanzen oft ein bisschen Wasser.

Um wintergrüne Pflanzen und die Töpfe an kalten Tagen zu schützen, kann man diese mit einem alten Jutesack umwickeln und dahinter als Puffer eine Schicht Herbstlaub stecken. Große Kübel könne man zudem näher ans Haus ziehen.

Pflanzen aus tropischen Gebieten und dem Mittelmeerraum, zum Beispiel Oleander oder Olivenbäume, müsse man eventuell ins Haus holen. „Aber sie brauchen es dann hell und eine Temperatur um die 10 Grad“, sagt Ruth Müller. Eine lichtdurchflutete Garage oder ein Treppenhaus seien besser als das Wohnzimmer. „Am besten die Blumen so lange draußen lassen wie möglich“, sagt Müller. Dafür müsse man deren Wohlfühltemperatur und ihre Kälte-Grenze kennen.

Zusatzinfo: Die Dortmunder Staudenfreunde bieten in ihrer Gartenschule Praxisseminare und Vorträge zu Themen wie Pflanzung, Gestaltung und Pflege an.Die nächsten Vorträge von Ruth Müller und weiteren Seminarleiterinnen drehen sich um den Herbst. Termine:

9. September, 11 bis 13 Uhr: Herbstgarten und wie man ihn gestalten kann.

14. September, 18.30 bis 20.30 Uhr: Blumenzwiebeln für das Frühjahr pflanzen mit Ruth Müller.

4. Oktober, 18.30 bis 20.30 Uhr: Ziergehölzschnitt mit Ruth Müller

14. Oktober, 10 bis 15 Uhr: Gestaltungsmöglichkeiten mit Gräsern

4. November, 11 bis 13 Uhr: Zeig mir deinen Garten und ich sage dir, wer du bist.

Ein zweistündiges Seminar kostet 10 Euro, ein fünfstündiges 20 Euro. Weitere Infos unter

www.gds-staudenfreunde.de

Am Samstag und Sonntag sind die Staudenfreunde mit einem Stand beim Heidemarkt im Rombergpark.

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