Action-Parkplatz: Familie König parkt 10 Zentimeter zu weit links – und zahlt 10 Euro Strafe

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Wenige Zentimeter zu weit links – und der Strafzettel hängt am Auto. In einem Dortmunder Vorort ist der Ärger groß, seit eine Privatfirma über den „Action“-Parkplatz wacht.

Holzen

, 30.10.2019, 11:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie Kunden auf dem Parkplatz vor dem Discounter „Action“ am Heideweg 28 zu parken haben, steht weiß auf blau auf großen Schildern. „Allgemeine Geschäftsbedingungen für Park&Control“ steht auf ihnen.

Park&Control ist die Firma, die das „Richtigparken“ auf dem Parkplatz vor dem Action-Markt in Holzen überwacht – wie an zahlreichen anderen Parkflächen in ganz Deutschland.

Falschparken ist relativ teuer

Das „Falschparken“ auf solchen Flächen ist nicht günstig. Vergessen Autofahrer, die Parkscheibe einzulegen, werden 30 Euro fällig – wenn sie erwischt werden. Bei einem Privatparkplatz ist das rechtens.

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Damit hat Familie König aus Holzen auch kein Problem. Es sei völlig in Ordnung, stehe ja auch groß genug auf den Schildern, so die klare Aussage zu dem Parkplatz am Heideweg. Schließlich könne man ja, wenn eine Parkscheibe eingelegt wurde, 120 Minuten kostenlos parken. Richtig ärgerlich wird es aber, wenn man ein Knöllchen bekommt, weil es um wenige Zentimeter geht.

Action-Parkplatz: Familie König parkt 10 Zentimeter zu weit links – und zahlt 10 Euro Strafe

Diesen Strafzettel hat Familie König aus Dortmund für das nicht korrekte Parken bekommen. © Jörg Bauerfeld

Zentimeter, die ein Autoreifen neben einer eingezeichneten Parkbox steht. Frau König ist das passiert. Trotz eingelegter Parkscheibe fand sie nach der Rückkehr zu ihrem Fahrzeug ein Knöllchen unter dem Scheibenwischer kleben. Obwohl sie die Zeit nicht überschritten hatte.

Wann steht ein Auto falsch, wann nicht?

Unter anderem war auf dem Strafzettel zu lesen: „Sie haben das Fahrzeug außerhalb der markierten Fläche abgestellt.“ 10 Euro kostet das. Die Königs sind sich zunächst keiner Schuld bewusst.

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Das Auto habe in einer der letzten freien Parklücken gestanden. Zu sehen seien die Markierungen beim Einparken nicht gewesen. Erst als die Fahrzeuge neben dem König-Fahrzeug verschwunden waren, machte einer der Park&Control-Mitarbeiter ein Foto, das eine Übertretung der Parklinie durch einen Autoreifen zeigt, so Frau König.

Die Familie zahlt das Bußgeld

Es folgte ein reger Mail-Wechsel zwischen der Familie König und der Firma Park&Control, in dem auch die Frage aufgeworfen wurde, wie man sich verhalten sollte, wenn eine Parklücke frei ist, aber die Markierung nicht zu sehen sei? „Freilassen“, laute die Antwort des Betreibers, so erzählen die Königs. Die Familie möchte die 10 Euro nun bezahlen, damit der Streit ein Ende hat.

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Es scheint längst eine Menge Bürger in Holzen zu geben, die sich über die Firma ärgern, die die Parkfläche vor dem „Action“ am Heideweg überwachen. Das Wort „Abzocke“ fällt und es war noch eines der freundlicheren, das den Kunden einfiel.

Das ist die Antwort der Firma Park&Control

Das Medienbüro, das die Firma Park&Control bei der Pressearbeit unterstützt, meldete sich zu dem Fall König auch zu Wort: „Wenn ein geparktes Fahrzeug zwei Stellplätze gleichzeitig besetzt, sodass beide für andere Autofahrer nicht mehr zur Verfügung stehen, erhebt Park & Control eine Vertragsstrafe in Höhe von 10 Euro“, so ein Sprecher.

„Park & Control beachtet dabei natürlich auch die Fahrzeugbreite und bewertet, ob eine Überschreitung des Stellplatzes nachvollziehbar ist.“

Action-Parkplatz: Familie König parkt 10 Zentimeter zu weit links – und zahlt 10 Euro Strafe

Große Schilder erklären, wie geparkt werden darf. © Jörg Bauerfeld

Telefonisch ist die Firma Park&Control selbst schwierig zu erreichen. Am Montag (28.10.) und Dienstag (29.10.) gingen Anrufe an die Firma, die auf einer Parkplatz-Tafel eine Service-Telefonnummer in Baden-Württemberg angibt, ins Leere. Ein weiterer Anruf am Mittwoch (30.10.) ging durch, endete aber in einer Warteschleife.

Wie die Stadt Dortmund, die ebenfalls parkende Autos kontrolliert, mit solchen Fällen umgehen würde? „Mit mehr Fingerspitzengefühl“, sagt Pressesprecher Christian Schön. Zwar würde auch bei der Stadt Dortmund das übergreifende Parken mit einem Bußgeld belegt, „aber erst, wenn ein Fahrzeug zwei Parkboxen belegt“.

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