Adolf-Schulte-Schule platzt aus allen Nähten: „Wir fühlen uns allein gelassen“

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Berichte über die Millionensumme, die in den Umbau des Dortmunder Rathauses fließen sollen, bringen wieder eine alte Forderung hervor: Ein Anbau für die Adolf-Schulte-Schule! Was ist dran?

Aplerbeck

, 24.06.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich platzt die Schule aus allen Nähten. Fachräume gibt es schon lange nicht mehr. Auch die Sanitärräume entsprechen nicht mehr den heutigen Ansprüchen. Sind die wenigen Innentoiletten besetzt, müssen die Schüler die Außentoiletten besuchen.

Ganz zu schweigen von dem offenen Ganztag. Auch hier muss an der Adolf-Schulte-Schule seit über zehn Jahren improvisiert werden. Dabei gab es 2009 Licht am Ende des Tunnels. Damals stand die Finanzierung, die Pläne lagen in der Schublade, dann kam der Rückzieher.

Seitdem kämpfen Lehrer und Eltern für einen Anbau. Die Schulpflegschaft sieht die Förderschulen aufgrund dieser „Endlosschleife“ schon als Schulen zweiter Klasse. „Das ist einfach nur traurig“, sagt Inés María Jiménez von der Schulpflegschaft.

Förderprogramm „Gute Schule 2020“

Da kann auch die Nachricht nicht für lächelnde Gesichter sorgen, dass zumindest die Toilettenanlage saniert werden soll - im Rahmen des Förderprogrammes „Gute Schule 2020“. Nur, den lange ersehnten Anbau wird es nicht geben. Das machte Daniela Schneckenburger, Dezernentin des Kinder- und Jugendbereiches der Stadt Dortmund, noch einmal deutlich.

Adolf-Schulte-Schule platzt aus allen Nähten: „Wir fühlen uns allein gelassen“

Von außen macht die Förderschule einen guten Eindruck. Was innen fehlt, ist der Platz. © Jörg Bauerfeld

„Vor zehn Jahren gab es die Debatte über einen neuen Anbau an die Adolf-Schulte-Schule“, sagt Daniela Schneckenburger. „Die ist ad acta gelegt worden, weil die Zahl der angemeldeten Schüler an den Förderschulen Lernen dramatisch zurückgegangen ist.“

Schulstandorte wurden geschlossen

Bis zum Jahr 2016 hat es sogar eine Verordnung zur Mindestzahl an Schülern gegeben, die nicht mehr erreicht wurde. Die Folge: Es sind Schulstandorte geschlossen worden und übrig geblieben sind fünf Standorte im Dortmunder Stadtgebiet. „Wir waren uns einig, dass wir mit diesen Standorten ausreichend Schülerplätze anbieten können“, sagt Schneckenburger.

Es sei mehr eine Frage der Verteilung als die der Räumlichkeiten. 2017 habe es mit der Schulleiterin der Adolf-Schulte-Förderschule, Ursula Lessig, Gespräche gegeben, dass es sinnvoller sei, Eltern dahingehend zu beraten, ihre Kinder an die lokal am nächsten gelegenen Schule anzumelden.

„Es sind genügend Plätze da“, sagt Daniela Schneckenburger. Ein Anbau an die Adolf-Schulte Schule sei daher kein Thema. Was den Sanierungsbedarf an der Schule angeht, da könne man aber sprechen. „Wir werden noch einmal auf die Eltern zugehen und ihnen die Situation erläutern und auch noch einmal das Gespräch mit der Schulleitung suchen“, sagt die Schuldezernentin.

An der Adolf-Schulte-Schule könne mehr Platz vielleicht dadurch geschaffen werden, dass das sogenannte „Diagnose-Zentrum“ verlegt wird.

Das Gefühl, allein gelassen zu werden

Das sorgt bei der Schulpflegschaft der Adolf-Schulte-Schule nicht gerade für Erleichterung, sondern für ein Schulterzucken. „Das Diagnosezentrum besteht aus einem Schrank, an dessen Platz man weder eine ganze Klasse stellen kann, noch kann man daraus einen Fachraum machen“, sagt Inés María Jiménez. „Aber vielleicht ist Frau Schneckenburger nur aus zweiter Hand über unsere Platzproblematik informiert und kennt die Gegebenheiten unserer Schule nicht. Sollte sie aber, und sie ist herzlich eingeladen, sich zu informieren.“

Die Frage sei aber, ob es überhaupt politisch gewünscht sei, die Förderschulen Lernen entsprechend finanziell zu fördern. „Ist ein Ausbau der Förderschulen vielleicht nicht erwünscht, weil die Inklusion wichtiger ist – trotz der Zunahme der Schülerzahlen? Bei uns Eltern bleibt ein bitteres Gefühl zurück. Das Gefühl, nicht ernst genommen und allein gelassen zu werden“, sagt Inés María Jiménez .

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