Ältere Frauen um ihr Erspartes gebracht: „Enkeltricks“ nehmen in Dortmund und Lünen zu

Betrüger

Die Polizei Dortmund warnt vor Betrügern, die sich als Enkel oder Polizeibeamte ausgeben, um an Geld von Senioren zu gelangen. In den vergangenen Tagen nahmen solche Fälle zu.

von Patricia Friedek

Dortmund, Lünen

, 25.06.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ältere Frauen um ihr Erspartes gebracht: „Enkeltricks“ nehmen in Dortmund und Lünen zu

Viele Betrüger melden sich telefonisch bei Senioren. © picture alliance / Rolf Vennenbe

Mindestens dreimal hatten Betrüger in den vergangenen Tagen Erfolg mit dem sogenannten Enkel- oder Polizistentrick. Sie erbeuteten von drei Frauen insgesamt einen sechstelligen Bargeldbetrag. Zwei der Damen kamen aus Dortmund (68 und 82 Jahre) und eine aus Lünen (78).

Aus diesem Grund warnt die Polizei Dortmund vor Betrügern, die sich am Telefon als Enkel oder Polizeibeamte ausgeben, um an das Ersparte von meist älteren Menschen zu gelangen.

Im Falle der Enkeltrickbetrüger meldet sich ein Enkel oder ein Schwager. Ein Auto- oder Immobilienkauf stehe an und dafür werde aus erfundenen Gründen unbedingt Bargeld benötigt – möglichst schnell. Aus diesem Grund wird am Telefon häufig Druck aufgebaut, schnell und vertraulich zu handeln. Das Geld wird dann an eine Mittelsperson übergeben, die die Wohnadresse des Opfers aufsucht.

Beim Polizistentrick sprechen die Täter von einer Einbrecherbande

Im Falle der falschen Polizisten melden sich wiederum angebliche Angehörige der örtlichen Polizei telefonisch. Sie berichten in den meisten Fällen von einer Einbrecherbande, die in der Nähe festgenommen wurde. Bei diesen habe man Hinweise auf die Adresse der Opfer gefunden und befürchte nun einen anstehenden Einbruch.

Auch über Bankkonten und Schließfächer wüssten die Täter Bescheid. Aus diesem Grund werden die Angerufenen gebeten, alle Wertgegenstände und Geldbestände der Polizei zu übergeben, damit diese sie aufbewahre, bis die Gefahr gebannt ist. Auch hier gibt es stets eine Mittelsperson, die Geld und Wertgegenstände dann vor Ort abholt.

Die Polizei gibt Ratschläge, damit betroffene Personen nicht auf die Tricks hereinfallen:

  • Informieren Sie Seniorinnen und Senioren in Ihren Familien, in Ihrem Bekanntenkreis und Ihrer Nachbarschaft und besprechen Sie offen die Maschen der Betrüger. (Bei Fragen helfen Ihnen die im Opferschutz besonders geschulten Beamtinnen und Beamten der Polizei)

  • Seien Sie misstrauisch, wenn Sie jemand am Telefon um Geld bittet! Gerade die Polizei wird Sie nicht anrufen und nach Ihren Vermögenswerten oder nach Kontodaten fragen.

  • Suchen Sie im Zweifelsfall Rat bei Nachbarn oder anderen vertrauten Personen.

  • Legen Sie den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner - zum Beispiel ein angeblicher Enkel oder Polizist - Sie um Geld bittet.

  • Vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich derjenige ist, der er vorgibt zu sein. Heißt: Fragen Sie in der Familie unter den Ihnen bekannten Rufnummern nach, ob sie wirklich angerufen worden sind. Oder rufen Sie die Polizei unter dem Notruf 110 an und erkundigen Sie sich, ob Sie es wirklich mit Polizeibeamten zu tun hatten. Ein Anruf bei der zentralen Vermittlung der Polizei, ob dort zum Beispiel ein „Herr Weber“ arbeitet, reicht jedoch nicht aus. Fragen Sie konkret nach einem Einsatz an Ihrer Adresse.

  • Die Polizei wird Sie nie mit der Rufnummer „110“ anrufen!

  • Übergeben Sie Ihr Geld niemals an Ihnen unbekannte Personen!

  • Informieren Sie sofort die Polizei über die 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt. Wenden Sie sich auch an die Polizei, egal, ob Sie den Trick erkannt haben oder Opfer geworden sind. Und: Erstatten Sie Anzeige!
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