Äpfel statt Sonnenenergie

Werben für regenerative Energien wollte die alte VEW mit dem Sonnenenergie-Forum zur Bundesgartenschau 1991 im Westfalenpark. Bald werden in dem Flachbau zu Füßen des Florianturms womöglich Hobbygärtner geschult oder Äpfel und Birnen verkauft.

von Oliver Volmerich

, 08.07.2007, 21:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Denn RWE als VEW-Nachfolgerin hat kein Interesse mehr am Betrieb des Sonnenenergieforums, das kaum noch für Veranstaltungen des Unternehmens oder gar als Technik-Ausstellung zum Thema Sonnenenergie genutzt wird. Deshalb hat man bei der Stadt angefragt, ob der 1990 auf 50 Jahre geschlossene Pachtvertrag für das Grundstück an der Florianstraße vorzeitig aufgelöst werden kann - und ob nicht womöglich auch das Interesse besteht, das Gebäude des Sonnenenergieforums zu übernehmen.

"Dazu hat es erste Gespräche gegeben", bestätigte ein RWE-Sprecher auf Anfrage. Über Einzelheiten wollte er noch nichts verraten - auch nicht, ob der Bau kostenlos überlassen oder verkauft wird. Näheres sollen weitere Gesprächsrunden mit Dezernent Jörg Stüdemann klären, der derzeit im Urlaub ist.

Eine Übernahme in die Regie des Westfalenparks würde durchaus Sinn machen. Denn schon jetzt ist das Sonnenenergie-Forum Teil des Park-Programms - etwa als Ort für Ausstellungen, Tagungen oder die beliebten musikalischen Sommermatineen. In der Park-Geschäftsführung macht man sich nun weiter gehende Gedanken über die Zukunft des Gebäudes. Eine erste Überlegung: Das Forum könnte für die geplante Einrichtung "Florians Garten" genutzt werden - für Schulungen von Hobbygärtnern, eine Fachbibliothek oder auch den Verkauf von Obst und Gemüse, das künftig im neu konzipierten Gartenteil des Westfalenparks angebaut wird. Offen ist aber nicht nur das Konzept, sondern auch die Finanzierung. Denn es ist klar, dass die Übernahme des Forums zusätzliche Kosten verursacht - während der Westfalenpark finanziell nicht gerade auf Rosen gebettet ist.

Erhalten bleiben soll in jedem Fall das im vergangenen Jahr eingerichtete Honorarkonsulat von Tschechien mit Ex-RWE-Vorstand Heinz Fennekold an der Spitze, das ein Büro im Sonnenenergie-Forum bezogen hat.

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