Ärger für Aldi-Kunden: Einkaufswagen rollen vor sein Auto – dicke Delle

rnTeurer Blechschaden

Der Einkauf im Aldi-Markt endete für einen Dortmunder mit einer bösen Überraschung. Herrenlose Einkaufswagen sind vor sein geparktes Auto gerollt. Die Folge: ein teurer Blechschaden. Was nun?

Kirchlinde

, 13.11.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Vorfall liegt schon eine ganze Weile zurück. Am 28. September 2020, nach einem kurzen Einkauf, macht Jürgen Diedmann aus Westrich eine unschöne Entdeckung.

Gleich mehrere ineinander geschobene Einkaufswagen sind vor sein geparktes Auto gerollt. Der Dortmunder entdeckt eine dicke Delle unterhalb der rechten Rückleuchte seines Renaults. Später wird ein Gutachter den Schaden auf 1600 Euro beziffern – inklusive der Gebühren für den Sachverständigen.

„Schlechtes Timing“

Das Gelände auf dem Großraumparkplatz an der Frohlinder Straße, den sich unter anderem Aldi, Rewe und Rossmann teilen, ist leicht abschüssig. „Normalerweise parke ich nie an dieser Stelle, das war schlechtes Timing“, sagt Jürgen Diedmann.

Jürgen Diedmann hat den "Unfall" aus sämtlichen Perspektiven fotografiert.

Jürgen Diedmann hat den „Unfall“ aus sämtlichen Perspektiven fotografiert. © Jürgen Diedmann

Wie das Malheur überhaupt passieren konnte, erklärt er sich so: „Die Station für die Einkaufswagen ist wegen Corona gesperrt. Die Leute sind wahrscheinlich zu bequem, ihren Einkaufswagen bis zum Eingang zu bringen und stellen sie stattdessen irgendwo ungesichert ab.“

Jürgen Diedmann, pensionierter Polizeibeamter, reagiert professionell. Er fotografiert den „Unfall“ aus sämtlichen Perspektiven, informiert umgehend den Aldi-Marktleiter und schaltet einen Anwalt ein. Der Jurist meldet Aldi den Vorfall und den ermittelten Schaden.

„Aldi meldet sich einfach nicht“

Auf eine Schadensregulierung muss Jürgen Diedmann warten – zu lange, wie er Anfang dieser Woche (9.11.) gegenüber dieser Redaktion meint. Denn: „Seit dem Schadenstag gab es mehrere Schreiben an die Aldi-Zentrale. Doch die melden sich einfach nicht. Auch auf die Zusendung des Gutachtens erfolgte überhaupt keine Kommunikation.“ Sogar eine Fristsetzung habe Aldi zu keiner Stellungnahme bewegen können, kritisiert Diedmann.

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Um über einen anderen Weg Bewegung in die Sache zu bringen, findet der Westricher die zuständige Versicherung heraus. Sein Anwalt kontaktiert die HDI Global SE am 2. November mit der Bitte, den Schaden schnellstmöglich zu regulieren. Auch Aldi ist zwischenzeitlich aktiv geworden und hat die Versicherung informiert.

Das Auto hat jetzt eine dicke Delle - inklusive Gutachterkosten beträgt der Schaden 1600 Euro.

Das Auto hat jetzt eine dicke Delle - inklusive Gutachterkosten beträgt der Schaden 1600 Euro. © Jürgen Diedmann

Am 11. November kann Jürgen Diedmann aufatmen. Bei seinem Anwalt geht ein Schreiben der HDI Global SE ein – mit der erhofften Nachricht: Die Versicherung übernimmt die komplette Schadenssumme inklusive der Gutachtergebühren.

Gute Nachricht für den Kunden

Die Versicherung betont in ihrem Schreiben, dass man die Zahlungen „ohne Anerkennung einer Rechtspflicht und ohne Präjudiz für ähnlich gelagerte Fälle“ leiste.

Dabei beruft sich die HDI Global SE auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs vom 8. Mai 2012 (Az: VI ZR 37/11): „Nach der Rechtsprechung wird eine allgemeine Kostenpauschale ohne nähere Belege nur bei Verkehrsunfällen anerkannt; in allgemeinen Haftpflichtschadenfällen wie dem vorliegenden gibt es keine Anerkennung einer generellen Auslagenpauschale.“

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Jürgen Diedmann ist froh, dass der Fall in seinem Sinne abgeschlossen wurde, ganz verraucht ist sein Ärger aber nicht: „Warum dauert so etwas so lange und vor allem, warum reagierte niemand auf unsere Schreiben? Eine kurze Eingangsbestätigung hätte doch gereicht.“

Das sagt Aldi

Aldi betont auf Anfrage, dass man sich sofort um den Fall gekümmert habe – auch wenn man nicht eigens ein Schreiben an Herrn Diedmann geschickt hat. „Um unserem Kunden möglichst schnell zu helfen, haben wir den Schaden ohne jede weitere Prüfung unserem Versicherer angezeigt“, heißt es. Danach haben noch Nachfragen der Versicherung beantwortet werden müssen, ehe man den Schaden im November „vollumfänglich beglichen“ habe.

Gute sechs Wochen hat der Vorgang gedauert. Laut Aldi ein „relativ üblicher Zeitraum für Schadensregulierungen“. Zumal die Schreiben des Anwalts nicht direkt an die zuständige Aldi-Regionalgesellschaft in Datteln, sondern an den Aldi Markt in Kirchlinde und die Serviceeinheit in Essen adressiert worden seien.

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