Ärger mit DSW21: Rentner zeigt gültiges Abo-Ticket nach – und muss trotzdem 60 Euro zahlen

rnNahverkehr in Dortmund

Jeden Monat bekommen Tausende Abo-Kunden von DSW21 neue Tickets. Ein Rentner nutzte versehentlich im April sein Mai-Ticket. Obwohl er das richtige Ticket nachzeigte, muss er 60 Euro zahlen.

Dortmund

, 23.04.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 93.000 Menschen besitzen ein Abo für die Busse und Bahnen der Dortmunder Stadtwerke (DSW21). Ihre Fahrausweise werden alle paar Jahre ausgetauscht. Jeden Monat erhalten deshalb mehrere Tausend Kunden neue Chipkarten – im April galt das auch für Friedhelm Hammerschmidt. Damit begann ein für ihn ärgerlicher Vorgang. Oder, in seinen Worten: „eine bodenlose Frechheit!“

Hammerschmidt, 78, überlas im beiliegenden DSW-Schreiben, dass die neue Karte erst ab Mai gültig ist. Prompt wurden sein Partner und er bei einer Stadtbahn-Fahrt Anfang April kontrolliert: Der Kontrolleur wertete die Fahrt mit dem Mai-Ticket als Fahren ohne Fahrschein – Hammerschmidt müsse 60 Euro zahlen.

Rentner hat ein übertragbares DSW21-Ticket

Gleichwohl riet der Kontrolleur dem 78-Jährigen, sein April-Ticket im DSW21-Kundencenter an der Kampstraße vorzuzeigen – dann könne er die Strafzahlung umgehen. Nur 5 Euro Bearbeitungsgebühr würden fällig. In der Realität erfuhr Hammerschmidt im Kundencenter, dass nichts zu machen sei und er die 60 Euro zahlen müsse.

Denn, so erklärte auf Nachfrage der Redaktion DSW21-Sprecherin Britta Heydenbluth: Der Rentner besitzt ein übertragbares Ticket, mit dem – anders als mit einem personalisierten DSW21-Ticket – alternativ auch ein beliebiger anderer Nutzer Bus und Bahn fahren kann.

Ärger mit DSW21: Rentner zeigt gültiges Abo-Ticket nach – und muss trotzdem 60 Euro zahlen

Friedhelm Hammerschmidt zeigt seine DSW-Tickets - das eine ist bis Ende April 2019, das andere ab Mai 2019 gültig. Weil er das falsche Ticket mitnahm, musste er 60 Euro zahlen. © Friedhelm Hammerschmidt

Und hierin liege der Grund dafür, dass der 78-Jährige trotz des nachgereichten April-Tickets die 60 Euro zahlen müsse: Da er, als er kontrolliert wurde, nur das Mai-Ticket dabei hatte, könne man bei DSW21 nicht ausschließen, dass jemand anders zeitgleich das April-Ticket genutzt habe.

„Solche Sperenzchen habe ich noch nie erlebt“

„Wir unterstellen das Herrn Hammerschmidt nicht“, sagt Britta Heydenbluth, „aber wir können es eben nicht nachvollziehen.“

Hammerschmidt, langjähriger DSW21-Kunde, ist empört: „Solche Sperenzchen habe ich noch nie erlebt.“ Man unterstelle ihm auf diese Weise doch, sein April-Ticket (das zu Hause in der Schublade gelegen habe) einem Schwarzfahrer gegeben zu haben. „Wir sind keine Betrüger“, sagt er. Er habe lediglich – da ja auch nicht mehr der Jüngste – in dem Brief überlesen, dass das Ticket erst ab Mai gültig ist.

DSW21: „unglücklich gelaufen“

Die ganze Sache sei „unglücklich gelaufen, das tut uns natürlich auch leid“, sagt Britta Heydenbluth. Nur müsse man in solchen Fällen eben alle Kunden gleich behandeln.

Ärger mit DSW21: Rentner zeigt gültiges Abo-Ticket nach – und muss trotzdem 60 Euro zahlen

Friedhelm Hammerschmidt hat sich an die Schlichtungsstelle Nahverkehr gewandt, um vielleicht doch noch etwas erreichen zu können. Alle anderen DSW21-Kunden sollten ihre neuen Chipkarten erst dann einsetzen, wenn sie auch gültig sind – sonst kann es ärgerlich und unnötig teuer werden.

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