Ärger über Fassade

Dortmunder Hauptbahnhof

DORTMUND Ihr Rat ist gefragt - doch leider finden die Experten des Gestaltungsbeirats nicht immer Gehör – wie der aktuelle Streit um die neue Fassade des Hauptbahnhofs zeigt.

von Von Oliver Volmerich

, 02.10.2009, 11:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
Es gibt Ärger über die als "sehr schlicht empfundene" Bahnhofs-Fassade.

Es gibt Ärger über die als "sehr schlicht empfundene" Bahnhofs-Fassade.

Eine noch immer offene Wunde, wie sich gestern bei der Bilanz des Beirats zeigte. „Als öffentlicher Bauherr muss man sich demokratischer verhalten, als die Bahn es tut“, monierte die stellvertretende Beiratsvorsitzende Kristin Ammann-Dejozé. Stadt und Gestaltungsbeirat haben inzwischen in Briefen an Bundesverkehrsministerium und Architektenkammer ihrem Unmut über die als sehr schlicht empfundene Fassade und die Planungskultur der Bahn Luft gemacht. Und das wird wohl auch langfristig Konsequenzen nach sich ziehen. Man werde bei einer Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes wohl keine Rücksicht darauf nehmen, dass man das Bahnhofsgebäude „von allen Seiten sehen kann“, deutete Stadtdirektor Ullrich Sierau an.

Abgesehen von solchem Ärger zog der Gestaltungsbeirat gestern allerdings eine durchweg positive Bilanz seiner zweiten Wahlperiode, die mit der Amtszeit des Rates nun zu Ende geht. Seit 2005 wurden in 36 Sitzungen 150 Projekte beraten – vom Wohnhaus bis zum Büroturm oder Einkaufspalast. Dass inzwischen auch bei Discountern und Supermärkten Wert auf Gestaltungsqualität gelegt wird, heftet sich der Beirat mit auf seine Fahnen.

Der Expertenrat sei bei Politik wie Bauherren und Architekten gefragt, bilanzierte der scheidende Vorsitzende Jochen Kuhn. „Und in den meisten Fällen haben wir Konsens erzielen können.“ Nicht zuletzt habe sich bewährt, dass sich das Gremium aus auswärtigen Experten und Vertretern der örtlichen Politik zusammensetze. „Man merkt: Hier wird ohne Eigennutz gearbeitet“, stellte Bauherr Klaus Höhler anerkennend fest.

  • Der Gestaltungsbeirat wurde 2001 als Beratungsgremium für Bauvorhaben eingerichtet. Er gibt Empfehlungen an Verwaltung und Politik ab. Das Besondere: Neben Vertretern des Rates gehören dem Gestaltungsbeirat ausschließlich Architekten, Künstler und Stadtplaner an, die nicht aus Dortmund kommen.
  • In der neuen Ratsperiode soll es erneut einen Gestaltungsbeirat geben, der aus Kostengründen aber möglicherweise verkleinert wird.

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