Ärzte wollen nur "ihre" Patienten impfen

Schweinegrippe

DORTMUND Panik Schweinegrippe: Die Telefonleitungen im Gesundheitsamt stürzten am Dienstag ab, auch der Server.Wo kann man sich impfen lassen? Wie soll man sich verhalten, wenn jemand aus der Familie erkrankt?

von Von Ulrike Böhm-Heffels

, 04.11.2009, 05:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dr. Annette Düsterhaus, Leiterin des Gesundheitsamtes.

Dr. Annette Düsterhaus, Leiterin des Gesundheitsamtes.

Patientin Claudia Halberstadt leidet an COPD ersten Grades, einer schweren Form dieser chronisch obstruktiven Lungenkrankheit. Und weil sie Lehrerin im Seminardienst ist, wollte sie lieber die Schutzimpfung gegen Schweinegrippe. Dann müsse sie sich erst von ihm untersuchen lassen, bedeutete ihr der Lungenfacharzt, den sie auf der Liste der Impf-Ärzte entdeckte.

Sie zürnt: „Das ist Geldschneiderei. Meine Diagnose steht fest.“ Die Erfahrung ihres Sohnes war auch nicht besser. Der rief einen anderen Arzt aus der Liste im Internet an und musste erfahren: „Kommen Sie in vier Wochen vorbei. Erst sind die Beschäftigten aus dem Gesundheitsdienst, von Feuerwehr und Polizei dran.“ Dass diese Mitarbeiter jeweils durch die eigenen Betriebsärzte geimpft werden, verschwieg der Mediziner dem impfbereiten Sohn von Frau Halberstadt. Sie beschwerte sich im Gesundheitsamt. Chefin Dr. Annette Düsterhaus findet solch ärztliches Verhalten „natürlich nicht in Ordnung“.

Bei der Kassenärztlichen Vereinigung heißt es auf den Vorwurf, dass die eigens gelisteten Impf-Ärzte auch Patienten ablehnen: „Der Arzt kann das so machen.“ Er könne zunächst seine Stammpatienten bei der Impfung bevorzugen. Die Impfung beruhe auf Freiwilligkeit der Ärzte. 

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